Börsencrash als Chance

Anlegen in der Corona-Krise: So sollten Sie auf den Börsencrash reagieren!

Der Börsencrash kam plötzlich, ausgelöst durch ein Virus. Die Corona-Krise schickte in den vergangenen Wochen die weltweiten Börsen auf Talfahrt und sorgte für eine der grössten Finanzkrisen überhaupt. Wie Sie als Anleger jetzt reagieren sollten, ob Sie in dieser Börsenkrise investieren sollten und was Sie grundsätzlich bei einem Börsencrash tun sollten, erfahren Sie hier.

Corona-Crash - Ihre Fragen schnell beantwortet

Wie sollten sich Anleger in der Corona-Krise aktuell verhalten?
Der schnellste Börsencrash aller Zeiten bietet große Chancen für Anleger, Sie sollten aber mit Bedacht investieren.
Sollte ich jetzt Einzelaktien kaufen?
Erfahrene Anleger können jetzt zum Schnäppchenpreis in Top-Aktien investieren. Wir verraten, wie Sie dabei am besten vorgehen.
Was sollten ETF-Sparer beim Börsencrash tun?
ETF-Sparer erhalten in Bärenmärkten mehr ETF-Anteile für ihre Sparrate - so sollten Anleger mit ETF-Sparplan reagieren.
Wie schützen sich Anleger grundsätzlich vor einem Börsencrash?
Beachten Sie die Grundregeln der Geldanlage. Nutzen Sie zudem professionelle Werkzeuge, um ihr Wertpapierdepot vor Kursrückgängen abzusichern, zum Beispiel Stopp Loss Orders, Trailing Stopps, Put-Optionen oder CFDs und Zertifikate.
Was machen Anleger nach dem Börsencrash?
Steigen Sie nach dem Börsencrash rechtzeitig wieder ein und diversifizieren Sie Ihr Portfolio zum Beispiel mit Discount-Zertifikaten oder Gold.

Corona Börsencrash - Empfehlungen & Tipps

Der schnellste Börsencrash aller Zeiten bietet Chancen für erfahrene Langfristanleger und ETF-Sparer.
Unsere Empfehlung: Sind Sie bereits ETF-Sparer, dann setzen Sie in Krisenzeiten Sparraten auf keinen Fall aus. Anleger können während eines Bärenmarktes auch einen ETF-Sparplan einrichten, langfristig zahlt sich das aus.
Produkt­empfehlung: Das Tracker Zertifikat auf den Swissquote Pharma Opportunity Index der Emittentin Leonteq setzt auf das Momentum im Gesundheitssektor und umfasst Unternehmen mit signifikanten Geschäftstätigkeiten in der Pharmaindustrie.

Corona-Virus versetzt Anleger in Schockstarre

Die Börsen sind seit Jahren überraschend gut gelaufen. Zwar gab es immer wieder kurze Rücksetzer, doch diesen folgten bald neue Hochs. Gründe für einen Börsencrash hätte es dabei genug gegeben: Die abflauende Konjunktur in Europa, der Handelsstreit zwischen den USA und China, mögliche US-Zölle auf EU-Importe, den Brexit usw.

Doch nicht wirtschaftliche Probleme oder eine Immobilienblase verursachten letztlich eine der grössten Börsenkrisen überhaupt, es war ein Virus, der die Anleger in Schockstarre versetzte und Indizes, Aktien und Rohstoffe auf Talfahrt schickte. Innerhalb weniger Wochen zwischen Mitte Februar und Mitte März büssten wichtige Länderindizes wie der deutsche DAX oder der US-amerikanische Dow Jones ein Drittel ihres Wertes ein. Auch der sehr breite und für viele Anleger wichtige MSCI World-Index rutschte zeitweise annähernd 30 Prozent ab.

Dieser Beitrag erklärt, wie Sie als Anleger auf einen Börsencrash wie diesen reagieren und wie Sie sich jetzt in der Corona-Krise am besten verhalten sollten. Wir verraten Ihnen, warum ein Investment in Börsenkrisen Sinn machen kann und welche Vorteile Langfristanleger wie ETF-Sparer durch einen Rücksetzer am Aktienmarkt haben können.

Vor, während und nach einem Börsencrash

Die Corona-Krise hat in den Portfolios der meisten Anleger grosse Bremsspuren hinterlassen, der plötzliche Absturz erwischte professionelle wie private Investoren eiskalt. Ein solcher Absturz war noch wenige Tage vorher quasi undenkbar.

Im Gegensatz zur Finanzkrise und der darauffolgenden Eurokrise vor einigen Jahren gab es dieses Mal keine Anzeichen für einen drohenden Börsencrash. Wohl kaum ein Börsianer konnte im Vorfeld erahnen, wie die durch dieses neuartige Coronavirus ausgelöste Pandemie und die darauffolgenden wirtschaftlichen Folgen für Unternehmen in aller Welt auch unter Anlegern Angst und Schrecken verbreiten würde.

Vermutlich sind nur Anleger einigermassen glimpflich davongekommen, die ihr Wertpapierdepot im Vorfeld gegen einen solch plötzlichen Rücksetzer an der Börse gewappnet hatten. Wer zum Beispiel mit Stop Loss Orders oder Trailing Stops die Wertpapiere in seinem Portfolio abgesichert hatte, konnte den Verlust in Grenzen halten.

Hinweis: Es muss also zwischen drei Phasen unterschieden werden: vor, während und nach einem Börsencrash. Im Folgenden gibt es also wichtige Tipps, wie Anleger grundsätzlich investieren sollten, wie sie während einer Krise reagieren müssen und wie sie nach einem Börsencrash ihr Portfolio wieder optimieren können.

Zunächst beschäftigen wir uns mit der aktuellen Situation. Wir wollen also klären, wie Sie als Anleger sich jetzt während der Corona-Krise und grundsätzlich in Crashphasen verhalten sollten.

Corona aktuell – so sollten Anleger sich in der Coronakrise verhalten

Das Coronavirus hat den schnellsten Börsencrash aller Zeiten ausgelöst. Innerhalb weniger Tage bescherte die Corona-Krise Anlegern Kurseinbrüche bei Indizes, Einzelaktien und Rohstoffen, die deutlich schlimmer ausfielen als die bei der Ölkrise 1973, beim Crash durch das Platzen der Dotcom-Blase in den Jahren 2000 und 2001 sowie bei der Finanzkrise 2008 und 2009. Ein ähnliches Szenario gab es bisher in der Vergangenheit nicht. Entsprechend kann kein seriöser Experte genau vorhersagen, wann dieser Börsencrash endgültig überstanden sein wird und wann die Kurse bei DAX, Dow Jones & Co. ihre Vorkrisenniveaus wieder erreichen.

Aber: Am Ende einer Aktienkrise ist der Markt in der Vergangenheit immer wieder zurückgekommen, immer wieder übersprangen die wichtigsten Leitindizes ihre Vorkrisenniveaus – manchmal dauerte dies nur wenige Jahre, manchmal mehr als zehn Jahre. Doch die Analysen unserer Ratgeber-Redaktion zeigen: Alle 15 Jahresperioden haben Anleger für ihr eingesetztes Geld eine durchschnittliche Rendite von acht Prozent pro Jahr gesehen. Aus dieser Erkenntnis lässt sich für das Anlageverhalten Mut schöpfen

Der Corona-Crash als Chance für Anleger

Zunächst lässt sich festhalten, dass es grundsätzlich eine gute Idee ist, sein Geld an der Börse anzulegen – vor allem in Zeiten rekordniedriger Zinsen. Wer beispielsweise in den zehn Jahren vor der Corona-Krise sein Geld in einen SMI-ETF investiert hatte, konnte sein Kapital um mehr als 70 Prozent vermehren: Aus CHF 100’000 wurden zwischen 2010 und 2019 mehr als CHF 160’000 .

Des Weiteren ist es gut, wenn Investoren ihre Wertpapiere nicht auf einem Hoch kaufen. Eine Krise kann also – vor allem bei einer langfristigen Anlagestrategie – eine Chance bieten. Wer nämlich nicht auf dem Höhepunkt des Marktes einkauft, sondern deutlich darunter, erhöht seine Renditechancen. Gleichzeitig verringert sich das Risiko für den Anleger, lange in der Verlustzone zu bleiben.

Covid-19-Lösungen als Anlagefokus

In der aktuellen Corono-Krise gibt es zahlreiche Unternehmen, die aufgrund Ihrer Tätigkeit besonders gute Geschäfte machen. So profitiert zum Beispiel das Schweizer Unternehmen Roche, sodass der Börsenwert mitten in der Krise ein Allzeithoch erreicht hat. Roche steht exemplarisch für die Stärke der Pharmaindustrie in der aktuellen Krise. Genau hier setzt die Emittentin Leonteq mit dem neuen Tracker Zertifikat auf den Swissquote Pharma Opportunity Index an. Dieser Index umfasst am Anfang 22 Aktien. Aus der Schweiz sind neben Roche auch weitere Schweizer Pharmawerte wie zum Beispiel Novartis oder auch die Beteiligungsgesellschaft BB Biotech im Index enthalten.
Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Vorsicht bleibt in der Krise oberstes Gebot

Viele Argumente sprechen also dafür, in der Krise und bei Tiefstkursen in den Markt einzusteigen. Das sollten Sie aber immer mit Bedacht tun, Sie sollten nicht gleich alles auf eine Karte setzen. In der aktuellen Krise heisst das, beobachten Sie die Entwicklungen des Coronavirus in Deutschland und in aller Welt. Informieren Sie sich regelmässig über Coronavirus-News und darüber, ob die einzelnen Länder die Corona-Pandemie mit ihren Massnahmen eindämmen können. Werfen Sie einen kritischen Blick auf die Märkte und steigen Sie zunächst vorsichtig mit kleinen Beträgen ein – das gilt in jeder Schwächephase an der Börse, aber besonders jetzt in der jetzigen Corona-Krise.

Warum? Die Vergangenheit bietet selbstverständlich keine Garantie für die Zukunft. Niemand kann wirklich nach vorne schauen, niemand weiss ganz sicher, ob die Börsenkurse ihr altes Niveau wieder erreichen, denn: Einen durch ein Virus ausgelösten Börsencrash gab es bisher noch nie, es fehlt schlicht das Wissen darüber, wie am besten mit einer solchen (nicht von Menschen gemachten) Börsenkrise umzugehen ist.

Tipp: Wenn Sie den Rücksetzer zum Einstieg nutzen wollen, dann dritteln oder vierteln Sie Ihr Kapital, das Sie investieren wollen. Steigen Sie jetzt mit dem ersten Drittel/Viertel ein und mit dem zweiten Drittel/Viertel in einem Monat oder später. Den Rest des Kapitals können Sie dann vielleicht in drei oder sechs Monaten investieren – so haben Sie Zeit, die Situation am Aktienmarkt besser einzuschätzen. Es geht ihnen bei dieser „Häppchenstrategie“ sicherlich kaum Rendite verloren, da in der Regel der Kursanstieg deutlich länger dauert als der Crash.

Coronavirus und Covid-19 – schon gewusst?

Diese Börsenkrise wurde entfacht durch ein Coronavirus, das die lebensgefährliche Lungenkrankheit Covid-19 auslöst.

Coronaviren sind eine Virusfamilie. Sie lösen unter anderem harmlosen Schnupfen und die Grippe aus. Zur Familie der Coronaviren gehört auch das derzeit weltweit grassierende „neue Coronavirus“.

Für dieses neuartige Coronavirus vergab die WHO den Namen Sars-CoV-2 („Severe Acute Respiratory Syndrome“-Coronavirus-2). Dieses Virus kann im menschlichen Körper Symptome verursachen, Infizierte können aber auch völlig symptomfrei bleiben.

Mit Covid-19 (Coronavirus-Disease-2019) wird die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit bezeichnet. Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung tragen entsprechend das Virus Sars-CoV-2 in sich und zeigen Symptome.

Jetzt in Einzelaktien einsteigen? Nur was für Profis

Während eines andauernden Bärenmarktes raten wir weniger erfahrenen Börsianern, kein Geld in Einzelaktien zu investieren. „Alte Hasen“ hingegen können in der Regel Chancen und Risiken während eines Börsencrashs – vermutlich auch während dieses Corona Crashs – relativ gut einzuschätzen.

Wer sich am Markt auskennt und sich intensiv mit der Aktienauswahl beschäftigt, für den kann die aktuelle Situation ein Startsignal sein, in den Markt einzusteigen. Vor allem Langfristanlegern bietet die Corona-Krise die Chance, in substanz­starke Unternehmen zu besonders günstigen Kursen einzusteigen. Anleger sollten inmitten einer Börsenkrise aber ein besonderes Augenmerk auf Qualitätsaktien legen, dazu gehören zum Beispiel SAP, Microsoft, Roche, Amazon und Apple.

Anleger mit einem ETF-Sparplan sollten weitersparen

Anleger mit einem ETF-Sparplan können den Corona Crash relativ entspannt sehen. Weil ein ETF in der Regel sehr breit gestreut ist, können ETF-Sparer auch deutlich mutiger vorgehen als Investoren, die auf Einzelaktien setzen. Vor allem ETF-Sparer, die bereits seit Monaten oder sogar seit Jahren in einen Sparplan einzahlen, sollten die Raten auf keinen Fall aussetzen. Der Grund ist einfach: Jetzt erhalten ETF-Sparer für ihr Budget mehr ETFs oder ETF-Anteile.

Es kann sich auch durchaus lohnen, in der Börsenkrise einen ETF-Sparplan zu starten. Chancen und Risiken sind vergleichbar mit denen von langjährigen ETF-Sparern.

Hinweis: Dieser Blick auf ETF-Sparer kann selbstverständlich nicht Ihre individuelle Situation berücksichtigen. Wenn bei Ihnen die Gefahr besteht, dass Sie durch die Krise Ihren Job verlieren oder weniger Einkünfte haben, dann sollten Sie möglicherweise Ihre ETF-Rate reduzieren oder kurzfristig ganz aussetzen – das ist in der Regel problemlos möglich.

Tipp: Wenn Sie mehr zu Vorteilen von ETFs erfahren wollen, dann lesen Sie auch unseren Ratgeberartikel zu diesem Thema ETF kaufen.

So schützen sich Anleger vor einem Börsencrash

Investoren, die über viele Jahre an der Börse erfolgreich sein wollen, müssen verschiedene Regeln beachten. Sie sollten beispielsweise ihre Finanzen auf ein stabiles Fundament stellen und ihre Wertpapiere breit diversifizieren, also in verschiedene Branchen, Assets, Themen, Länder und Unternehmen investieren.

Wenn Sie die Grundregeln der Geldanlage beachten, stehen die Chancen nicht schlecht, dass Sie an der Börse erfolgreich Vermögen aufbauen. Damit Sie und Ihr Vermögen dann aber auch vor einem möglichen Börsencrash (wie dem Corona Crash) geschützt sind, sollten Sie professionelle Werkzeuge einsetzen. Welche das sind, erläutern wir im Folgenden.

Stop Loss setzen und Verluste begrenzen

Eine sehr einfache Möglichkeit zur Begrenzung von Verlusten sind Stop Loss Orders. Anleger teilen ihrem Broker dabei ein Kursniveau unterhalb der aktuellen Kurse mit. Wird dieses Kursniveau erreicht, löst der Broker automatisch eine Verkaufsorder aus.

Ein Fallbeispiel: Eine Aktie notiert bei CHF 100. Ein Anleger erteilt eine Stop Loss Order bei CHF 90. Fällt der Kurs der Aktie einmalig auf CHF 90 oder darunter, wird die Verkaufsorder ausgelöst. Dies gilt unabhängig davon, ob die Aktie später wieder steigt oder noch weiter fällt.

Der wesentliche Vorteil von Stop Loss Orders: Anleger begrenzen ihre Verluste ganz automatisch und ohne ständiges Beobachten der Kurse. Wer 10 Prozent seines Einsatzes verliert, benötigt danach übrigens einen Gewinn von 11,1 Prozent, um wieder das Ausgangsniveau zu erreichen. Wer hingegen 50 Prozent verliert, benötigt später 100 Prozent Gewinn.

Wichtig: Bei Stop Loss Orders handelt es sich um unlimitierte Verkaufsorders. Einmal ausgelöst, erfolgt also der Verkauf zum nächstbesten Kurs. Dieser kann unter extremen Marktbedingungen sowie bei illiquiden Werten deutlich vom Stop Level abweichen. Möglicherweise hätte eine Stopp Loss Order beim Corona Crash nur bedingt geholfen.

Trailing Stops sichern Gewinne dynamisch ab

Trailing Stop Loss Orders ergänzen ein einfaches Stop Loss durch einen Anpassungsmechanismus. Die Stop Schwelle wird steigenden Kursen „hinterhergezogen“.

Dazu ein Fallbeispiel: Ein Anleger kauft eine Aktie für CHF 100. Er platziert eine Trailing Stop Loss Order bei CHF 90. Zusätzlich wird festgelegt, dass das Stop Level pro CHF 10 vollem Kursgewinn um CHF 10 angehoben wird.

Das bedeutet nun also Folgendes: Steigt die Aktie auf CHF 110, steigt auch das Stop Level automatisch auf CHF 100. Erreicht der Kurs CHF 120, wird das Level entsprechend auf CHF 110 erhöht usw.

Hinweis: Sinken die Kurse, erfolgt keine Anpassung. Trailing Stop Loss Orders sichern damit Gewinne vor stärkeren Rücksetzern und auch vor einem Börsencrash wie in der Corona-Krise geschehen.

Put Optionen – Versicherung mit und ohne „Selbstbeteiligung“

Anleger können ihr Portfolio mit Put Optionen gegen Kursverluste durch einen Börsencrash absichern. In der Praxis werden die meisten Privatanleger dabei nicht auf Optionskontrakte an der Terminbörse Eurex, sondern auf Optionsscheine zurückgreifen. Optionsscheine werden von zahlreichen Banken als Inhaberschuldverschreibungen emittiert und bilden die Struktur einer Option nach.

Das Grundprinzip einer Put Option ist sehr einfach. Die Optionen beziehen sich auf einen bestimmten Basiswert, zum Beispiel den DAX. Jede Option ist mit einem Ausübungspreis ausgestattet. Der Inhaber hat das Recht, den Basiswert zu diesem Preis zu verkaufen.

Dazu ein Fallbeispiel, ausgehend von einem SMI-Stand bei 11’200 Punkten: Beläuft sich der Ausübungspreis eines Put Optionsscheins auf 111’200 Punkte, kann der Inhaber der Option den SMI, vereinfacht dargestellt, zu 11’200 Punkten verkaufen. Dieses Recht gewinnt umso mehr an Wert, je weiter der SMI unter diese Marke fällt.

Was kostet eine Portfolioversicherung mit Put Optionen?

Die Kosten dieser Versicherung sind allerdings nicht ganz unerheblich. Wer bei einem Indexstand von 11’200 Punkten eine volle Absicherung für alle Kurse darunter wählt, zahlt ca. CHF 820 für die notwendigen Put Warrants. Dies entspricht einer Versicherungsprämie von ca. 6,7 Prozent.

Ein Beispiel: Fällt der SMI um 300 Punkte auf 10’900 Punkte, beläuft sich der Gewinn im Optionsschein auf 300 Euro, wenn die Option am Fälligkeitstag gezogen wird.

Diese Kosten gelten für Puts mit ca. einem Jahr Laufzeit. Notiert der SMI am Ende dieser Laufzeit auf oder über seinem derzeitigen Niveau, ist der Einsatz verloren. Eine Dauerlösung stellen Puts deshalb nicht dar.

Wichtig: Eine Feuerversicherung ist besonders teuer, wenn es schon brennt. Im übertragenen Sinne gilt dies auch für Put Optionen. Neben Restlaufzeit und Basiswertekurs spielt die implizite Volatilität eine wichtige Rolle für den Preis einer Option. Die implizite Volatilität ist ein Mass dafür, mit welchen Schwankungen die Anleger rechnen.

Ist der Crash einmal da, werden Optionen sofort deutlich teurer

Nach dem ersten grossen Verlusttag infolge eines Börsencrash steigt die Volatilität typischerweise massiv an – und damit auch die Kosten von Put Optionen. Mit Szenario Rechentools für Optionsscheine lässt sich leicht ermitteln, wie sich ein OS bei einem Crash entwickelt. Bei einem Anstieg der Volatilität von 16,66 Prozent auf 25 Prozent würde die Kosten für einen Optionsschein „am Geld“ um etwa 50 Prozent steigen.

Die Versicherung gegen den Börsencrash gibt es jedoch auch mit „Selbstbeteiligung“. Dabei wird als Ausübungskurs der Put Warrants nicht der aktuelle SMI Kurs gewählt. Stattdessen wird ein Kurs darunter ausgesucht. Wer statt 11’200 Punkten 9’050 Punkte als Absicherungslevel wählt, zahlt erheblich weniger.

Gegen Börsencrashs absichern mit CFDs und Knock-Out-Zertifikaten

Hat der Crash bereits begonnen, sind Optionen teuer. Dann kommen zur Absicherung gegen Kursverluste Derivate in Betracht, bei denen die Volatilität nicht zu grossen Kurssprüngen führt. Dazu zählen Knock-Out-Zertifikate.

Mit einem Bear-KO-Zertifikat setzen Anleger auf fallende Kurse im Basiswert. Mit diesen Produkten lässt sich ein Portfolio gegen Kursverluste absichern – allerdings mit Einschränkungen.

Dazu ein leicht vereinfachtes Fallbeispiel. Ein Anleger kauft ein KO-Zertifikat auf den SMI mit einer KO-Schwelle bei 11’400 Punkten. Der SMI notiert bei 11’200 Punkten. Der innere Wert eines Bear KO-Zertifikats ergibt sich aus der Subtraktion des aktuellen SMI-Kurses von der KO-Schwelle – in diesem Fall also 200 Punkte. Bei einem Bezugsverhältnis von 1:1 entspricht dies einem theoretischen Kurs von CHF 200. In der Praxis werden es durch Aufschläge eher CHF 240.

Kommt es zu einem Börsencrash und fällt der SMI auf 9’500 Euro, gewinnt das Hebelprodukt CHF 1’700 an Wert hinzu. Steigt der SMI allerdings einmalig auf das Niveau der KO-Schwelle, verfällt das Hebelprodukt wertlos.

Der KO-Mechanismus ist die grösste Schwäche von KO-Zertifikaten bei der Absicherung des Depots. Der SMI könnte kurz auf 11’400 Punkte ansteigen, das Hebelprodukt ausknocken und danach zum Börsencrash ansetzen. Die Versicherung wäre dann unwirksam. Für KO-Hebelprodukte mit weiter entfernt liegenden KO-Barrieren müssen Anleger mehr Geld einsetzen.

Short-ETFs – schon gewusst?

Eine weitere Option gegen den Börsencrash sind Short ETFs. Diese gibt es auf den DAX und andere grosse Indizes. Ein Short ETF entwickelt sich spiegelbildlich zum Basiswert. Fällt der DAX, gewinnt der Short ETF. Neben ETFs gibt es auch Zertifikate auf diesen Indextyp.

Wichtig: Der grösste Schwachpunkt dieser Absicherungsvariante ist der hohe Kapitalaufwand. Um ein Investment von CHF 1’000 in den DAX durch einen Short DAX abzusichern, sind ebenfalls CHF 1’000 möglich. Es gibt allerdings Short Indizes mit Hebel (zum Beispiel x2 oder x4).

Strukturierte Produkte und der Börsencrash

Auch strukturierte Produkte wie Barrier Reverse Convertibles kommen bei einem Börsencrash prinzipiell in Betracht. Dann gilt es jedoch zu berücksichtigen, was genau in einem Zertifikat enthalten ist. Dann können sich insbesondere Neuemissionen lohnen.

Barrier Reverse Convertibles bestehen, vereinfacht dargestellt, einem fixen Coupon und einem Puffer, der sogenannten Barriere. Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber „Barrier Reverse Convertibles – mit diesen Tipps finden Sie die Besten

Nach dem Börsencrash sind neue Barrier Reverse Convertible attraktiv

Nach dem Börsencrash ist vor der nächsten Krise. Für Anleger bedeutet das, sie sollten sich auf keinen Fall auf ihrem gut laufenden Portfolio ausruhen, im Gegenteil: Treffen Sie Vorbereitungen für den nächsten Börsencrash, der mit Sicherheit kommen wird – ob in zwei, fünf oder 15 Jahren.

Attraktiv können neue Barrier Reverse Convertibles sein –hier nur schnell das Wichtigste: Bei dieser Art von Absicherung, erhalten Sie einen fixen Coupon. Ob der Nominalwert am Laufzeitende zurückbezahlt wird, hängt davon ab, ob der oder die Basiswert(e) die Barriere berührt hat.

Nach einem Börsencrash können neu aufgelegte (!) Barrier Reverse Convertible attraktiv sein. Der Grund liegt in der Shortposition am Optionsmarkt, die in der Struktur enthalten ist. Bei einem Crash steigen Volatilität und damit Optionsprämien. Der Emittent vereinnahmt eine höhere Prämie und kann einen grösseren Coupon und/oder eine grössere Distanz zur Barriere bieten. Neu auferlegte Barrier Reverse Convertibles unserer Partner finden Sie immer hier.

 

Strukturierte Produkte mit einer Kapitalgarantie sind dagegen nach einem Börsencrash weniger attraktiv. Diese Papiere bestehen zum grössten Teil aus Obligationen und zu einem kleinen Teil aus Call Optionen. Diese kosten nach dem Crash mehr. Die Partizipationsrate der Garantieprodukte verringert sich dadurch.

Gold als Krisenwährung?

Gold gilt als die Krisenwährung schlechthin. Eignet sich das begehrte Edelmetall deshalb auch als Versicherung gegen einen Börsencrash? Die Antwortet lautet: Nur begrenzt.

Gold wird auch dann seinen Wert behalten, wenn alles andere wertlos ist. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein (grundsätzlich vorübergehender) Crash an den Aktienmärkten durch eine ausreichend grosse Position im Goldmarkt zwingend ausgeglichen wird. Gold ist eine Versicherung gegen Inflation und Krisen, garantiert aber nicht durchgängig einen bestimmten Depotwert.

Dennoch: Gegen einen Anteil von 5 bis 15 Prozent am Portfolio spricht nach Ansicht der meisten Vermögensverwalter nichts. Opportunitätskosten in Form einer sicheren Verzinsung bei Staatsanleihen existieren derzeit ohnehin nicht. Wer Gold physisch kauft, kann es zuhause, im Schliessfach oder einem Wertlager verwahren. Kostengünstiger sind Wertschriften, die sich auf Gold beziehen. Ein Beispiel dafür ist die physisch besicherte Gold-ETCs.

BITCOIN KANN NOCH NICHT DAS NEUE GOLD SEIN

Manche sehen in der Kryptowährung Bitcoin das neue Gold. Es ist möglich, dass der Coin vor einer grossen Zukunft steht. Ebenso denkbar ist aber, dass er wieder an Bedeutung (und Wert) verliert. Bitcoin hat zu wenig Historie, um das neue Gold zu sein. Die digitale Währung eignet sich deshalb nicht zur Absicherung eines Portfolios gegen einen Börsencrash.

Börsencrash – das sollten Sie tun

1
Behalten Sie die Nerven, wenn es abwärts geht. Halten Sie sich an Fakten und verlassen Sie sich nicht auf Ihr Bauchgefühl.
2
Verkaufen Sie auf keinen Fall überhastet Ihre Wertpapiere. Sie machen erst dann wirklich Verlust, wenn Sie sich von Aktien, ETFs & Co. trennen.
3
Unternehmen, in die Sie aus guten Gründen vor der Krise investierten, haben sicherlich auch das Potential, die Krise erfolgreich zu überstehen. Überprüfen Sie, ob sich Ihre Einschätzung gegenüber einzelnen Papieren durch den Crash geändert hat.
4
Haben Sie bisher in besonders hochwertige Unternehmen investiert, dann sollten Sie diese Strategie beibehalten – und womöglich sogar Aktien nach und nach zukaufen.
5
ETF-Sparer sind Langfristanleger und sollten ihre Ratenzahlungen nicht aussetzen, im Gegenteil: Bei großen Rücksetzern kann es sich lohnen die Raten zu erhöhen oder Einmalzahlungen zu tätigen.

Beitrag verfasst von:

Redaktion finanzen.ch

Hinweis: Unsere Ratgeber-Artikel sind objektiv recherchiert und unabhängig erstellt. Damit Sie unsere Informationen kostenlos lesen können, werden manchmal Klicks auf Verlinkungen vergütet.

Bildquelle: 3000ad / Shutterstock.com

BackToTop Nach oben