Digitale Vermögensverwalter

Bester Robo-Advisor: Vergleich und Test

Wer wenig Zeit hat, kann sein Geld einfach, günstig und zeitsparend mithilfe von einem Robo-Advisor anlegen. Schon ab geringen Mindestanlagesummen ist hier eine Investition möglich. Was ein Robo-Advisor überhaupt ist, wann sich für Sie eine Geldanlage über Robo-Advisors lohnt und worauf Sie dabei achten sollten, erfahren Sie hier.

Robo-Avisor-Vergleich

Robo-Advisor - das Wichtigste in Kürze

Robo-Advisors küm­mern sich ob­jek­tiv und auto­mati­siert auf der Grund­lage von Al­go­rith­men um Ihre Geld­an­lage.
Roboter-Be­ra­ter nehmen Ihnen den Auf­wand rund um die Geld­an­lage ab, sind aber trotz­dem gün­sti­ger als klas­si­sche Ver­mö­gens­ver­wal­tungen.
Anhand einer Ab­frage Ih­rer An­lage­prä­fe­ren­zen legen Robo-Advisor die pas­sen­de An­lage­stra­tegie fest. Der Robo-Advisor-Vergleich hilft Ih­nen bei der Suche nach dem pas­sen­den An­bie­ter.
Tipp: Bevor Sie sich für einen digi­talen Ver­mö­gens­ver­wal­ter ent­schei­den, soll­ten Sie Vor­teile und Nach­teile von Robo-Advisors kennen.

Robo-Advisor - Empfehlungen & Tipps

Um über einen Robo-Advisor Geld an­zu­le­gen, müssen Sie Kunde wer­den.
Unsere Empfehlung: Wählen Sie einen Robo-Advisor, der Ihre An­lage­stra­tegie am be­sten ab­bil­den kann.
Produkt­empfehlung: Clevercircles überzeugt durch das Prinzip der kollektiven Intelligenz. Bei Swissquote können Sie sich Ihr Portfolio frei zusammenstellen und mit Descartes Finance legen Sie Ihr Geld zu 100 Prozent nachhaltig an.
Unser ausführlicher Robo-Advi­sor-Test hilft Ihnen, den passenden Robo-Advisor für Ihre Anlagestrategie und Ihr Sparziel zu finden.

Robo-Advisor-Vergleich

AnbieterKostenPerformance nach Kosten (Anlagesumme CHF 50’000)

Swissquote Logo

Grundgebühr/Servicegebühr:
1.25 Prozent p.a. von CHF 10’000 bis 200’000
1.10 Prozent p.a. von CHF 200’000 bis 350’000
0.95 Prozent p.a. ab CHF 350’000 (inkl. aller Gebühren)

Mindesteinzahlung:
CHF 10’000

Gebühr bei Einzahlung von CHF 50’000:
CHF 625

Gebühr für Per­for­man­ce?
Nein

Gesamtjahr 2019
Keine pauschale Performance-Ermittlung möglich.

12 Monate (rollierend)
Keine pauschale Performance-Ermittlung möglich.

Zusatzinfo
Swissquote-Kunden können sich das Portfolio und die Anlagestratege weitestgehend selbst zusammenstellen. Der Robo-Advisor übernimmt danach die Verwaltung. Daher ist es schwer, die Performance mit der Konkurrenz zu vergleichen.

Clever Circles Logo

zum Anbieter

Grundgebühr/Verwaltungsgebühr:
0.75 Prozent p.a. (min. CHF 100) von CHF 10’000 bis CHF 100’000
0.6 Prozent pa.a. ab CHF 100’000 (ohne Fonds- und Spreadgebühren)

Mindesteinzahlung:
CHF 10’000

Gebühr bei Einzahlung von CHF 50’000:
CHF 475

Gebühr für Performance?
Nein

Gesamtjahr 2019
+14.87 Prozent (mittleres Risiko – circa 60 Prozent Aktienanteil)

12 Monate (rollierend)
-0.11 Prozent (mittleres Risiko – circa 60 Prozent Aktienanteil)

Zusatzinfo
Die Anlagestrategie von Clevercircles basiert auf der sogenannten kollektiven Intelligenz. Mehr dazu erfahren Sie weiter unten im Artikel.

Selma Logo

Grundgebühr/Servicegebühr:
0.68 Prozent p.a. bis CHF 150’000
0.50 Prozent p.a. ab CHF 150’000
(inkl. Transaktions- und Spreadgebühren, ohne Fondskosten)

Mindesteinzahlung:
CHF 2’000 für Anlagekonto
CHF 500 für Säule 3a Pensions-Anlagekonto

Gebühr bei Einzahlung von CHF 50’000:
CHF 440

Gebühr für Performance?
Nein

Gesamtjahr 2019
+16.70 Prozent (Dynamische Strategie – 70 bis 75 Prozent Aktienanteil)

12 Monate (rollierend)
-13.29 Prozent (Dynamische Strategie – 70 bis 75 Prozent Aktienanteil)

Zusatzinfo
Selma bietet eine transparente Anlagemöglichkeit und verzichtet auf den üblichen Finanzjargon.

Descartes Finance Logo

zum Anbieter

Grundgebühr/Servicegebühr:
0.50 Prozent p.a. (ohne Fondsgebühren)

Mindesteinzahlung:
CHF 25’000

Gebühr bei Einzahlung von CHF 50’000:
CHF 530

Gebühr für Per­for­man­ce?
Nein

Gesamtjahr 2019
+8.30 Prozent (OLZ 60 – 60 Prozent Aktienanteil)

12 Monate (rollierend)
-7.56 Prozent (OLZ 60 – 60 Prozent Aktienanteil)

Zusatzinfo
Descartes Finance investiert 100 Prozent nachhaltig nach ESG-Kriterien. Dadurch fallen die Fondskosten höher aus.

TrueWealth Logo

Grundgebühr/Verwaltungsgebühr:
0.50 Prozent p.a. (ohne Fonds- und Spreadgebühren)

Mindesteinzahlung:
CHF 8’500

Gebühr bei Einzahlung von CHF 50’000:
CHF 350

Gebühr für Performance?
Nein

Gesamtjahr 2019
True Wealth weist die Performance-Daten nicht aus.

12 Monate (rollierend)
True Wealth weist die Performance-Daten nicht aus.

Zusatzinfo

Stichtag: 01.10.2020. Quelle: Anbieter.

Produkt­empfehlung: Bei Swissquote können Sie Ihre Anlagestrategie selbst bestimmen. Clevercircles bietet eine einzigartige Anlagestrategie, indem der Robo-Advisor auf kollektive Intelligenz setzt. Mit Selma investieren Sie besonders transparent und Descartes Finance legt Ihr Geld zu 100 Prozent nachhaltig und nach ESG-kriterien an. 

Geldanlagen durch Robo-Advisor automatisiert verwalten lassen

Die Verwaltung der eigenen Kapitalanlagen in Eigenregie kostet viel Zeit – und nicht selten annähernd professionelles Börsenwissen. Sie als Anleger können sich Wissen und Zeit sparen, wenn Sie ihr Geld einer digitalen Vermögensverwaltung überlassen. Doch so eine Vermögensverwaltung bietet aber teilweise, zum Beispiel über die Hausbank, nur eingeschränkte Angebote oder kostet, wie bei externen Vermögensverwaltern, viel Geld.

Und da schaffen Robo-Advisor Abhilfe: Sie übernehmen den Anlageprozess ähnlich wie ein Anlageberater Ihrer Hausbank oder andere externe Finanzdienstleister – mit dem großen Unterschied, dass Robo-Advisor deutlich gün­sti­ger sind. Nicht zuletzt, weil sie weitgehend automatisiert arbeiten. Abgesehen davon bietet Robo-Advisory noch viele weitere Vorteile, die wir Ihnen in unserem Ratgeber erläutern wollen.

Doch wie funktioniert ein Robo-Advisor?

Ein Robo-Advisor basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Algorithmen und übernimmt so die Aufgaben eines klassischen Anlageberaters. Er überwacht Ihr Anlageportfolio und schichtet dieses bei Bedarf um. Das alles passiert automatisch – also ohne, dass Sie selbst oder eine andere Person eingreifen muss. Das erklärt die niedrigen Kosten.

Bevor Sie Ihr Geld bei einem digitalen Vermögensverwalter anlegen können, müssen Sie in der Regel einen kurzen „Anmeldeprozess“ durchlaufen, auf dessen Grundlage der Robo-Advisor die für Sie passende Anlagestrategie auswählt. Sie werden in der Regel danach gefragt, wie hoch Ihre Anlagesumme ist, ob Sie eine Einmalanlage planen oder per Sparplan investieren wollen und welches Risiko Sie bereit sind einzugehen.

Robo-Advisors legen Ihr Geld in der Regel in Exchange-traded Funds (ETFs) an. Diesen an der Börse gehandelten Investmentfonds liegen verschiedene Wertschriften zugrunde, zum Beispiel Aktien, Obligationen und Rohstoffe, deren Entwicklung die ETFs abbilden – mehr über ETF Fonds erfahren Sie unter anderem in unseren Ratgebern ETF kaufen und ETF-Lexikon.

Robo-Advisor in der Schweiz – noch immer eine Nische

Während das Geschäft mit den digitalen Vermögensverwaltern vielerorts boomt, ist Robo-Advisory in der Schweiz noch immer eine Nische. Laut einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung belief sich das betreute Vermögen im Jahr 2018 auf knapp CHF 320 Millionen. Das entspricht einem Anteil am gesamten in der Schweiz verwalteten Vermögen von 0.01 Prozent. Das mag durchaus an den Kosten liegen, die im Vergleich zu Robo-Advisors aus anderen Ländern etwas höher sind. Aber auch daran, dass der Durchschnittskunde einer Privatbank in der Schweiz etwa 75 Jahre alt ist.

Umso wichtiger ist es eigentlich, die junge Zielgruppe, die schliesslich mit digitalen Vermögensverwaltern angesprochen werden soll, für einen Robo-Advisor zu begeistern. Und da gibt es natürlich einige Anbieter, die das auch schaffen: zum Beispiel der Pionier True Wealth, Selma, Swissquote oder Descartes Finance. Besonders interessant ist vor allem, dass ausgerechnet am Anfang der Corona-Pandemie die digitale Vermögensverwaltung einen regelrechten Boom erlebte. So verzeichneten manche Anbieter doppelt oder teilweise viermal so viele Neukunden, wie in der Zeit zuvor.

Allerdings ist Robo-Advisor nicht gleich Robo-Advisor, die Unterschiede in der digitalen Vermögensverwaltung sind teilweise enorm – vor allem in der Anlagestrategie und den Gebühren.

Tipp: Was die Besonderheiten der einzelnen Anbieter sind und ob es sich vielleicht sogar eher lohnt, in einen ausländischen Robo-Advisor zu investieren, erklären wir Ihnen in unserem ausführlichen Robo-Advisor-Vergleich weiter unten.

Grosse Unterschiede bei den Kosten

In der Regel fallen einerseits Kosten für die verwendeten Produkte an, also beispielsweise für den Kauf und Verkauf von ETFs, und andererseits laufende Service-Kosten (je nach Anbieter zwischen 0.25 und 1.5 Prozent pro Jahr). Insgesamt ist die Geldanlage mithilfe von Robo-Advisors für Sie aber deutlich günstiger als die Vermögensverwaltung über einen Bankberater oder einen externen Finanzdienstleister.

Unsere Empfehlung: Unser Robo-Advisor-Vergleich hilft Ihnen bei der Suche nach dem für Sie passenden Anbieter. Wir haben für Sie die wichtigsten Daten wie Performance und Gebühren der unterschiedlichen Anbieter übersichtlich aufgeführt miteinander vergleichen.

Wichtige Kriterien bei der Anbieterwahl

Die Unterschiede der verschiedenen Robo-Advisors sind, wie bereits erwähnt, teilweise sehr gross. Wichtige Kriterien, die bei der Entscheidung für oder gegen einen Robo-Advisor helfen, sind die Anlagephilosophie und die Kosten, vor allem die Performance-Gebühr, die in guten Börsenjahren die Rendite ganz schnell zunichtemachen kann.

Full-Service-Robos und Half-Service-Robos – der Unterschied

Wir haben in unserem Robo-Advisor-Vergleich sowohl Full-Service-Robos als auch Half-Service-Robos getestet. Full-Service-Robos bieten, wie der Name schon sagt, ein „Rundum-sorglos-Paket“ an: Sie legen Ihr Geld an, der Vermögensverwalter macht den Rest. Bei einem Half-Service-Robo müssen Anleger immer wieder zustimmen, wenn das Depot umgeschichtet wird. Je nachdem ob Sie die Kontrolle über Ihre Geldanlage behalten wollen oder ob für Sie die Bequemlichkeit im Vordergrund steht, passt zu Ihnen ein Full-Service-Robo oder ein Half-Service-Robo.

Zu den Full-Service-Robos gehören beispielsweise True Wealth, Selma, Swissquote und Descartes Finance. Clevercircles ist ein Half-Service-Robo, der Ihnen regelmässig neue Umschichtungsvorschläge erstellt, die Sie ablehnen oder annehmen können.

Robo-Advisor: Achten Sie auf Performance-Gebühren

Die meisten Robo-Advisors erheben keine Performance-Gebühren mehr. Viele haben ein festgelegtes oder gestaffeltes Gebührenmodell, das sich nach der Höhe der Anlagesumme richtet. Das bedeutet: Umso mehr Geld Sie dem Robo-Advisor überlassen, umso weniger Gebühren zahlen Sie letztendlich. Dabei spielt es keine Rolle, wie gut oder schlecht die Performance ausgefallen ist.

Aber: Dass die Anbieter in unserem Robo Advisor-Test keine Performance-Gebühren erhebt, ist eine sehr gute Nachricht für die Kunden, denn: In einem guten Börsenjahr, in dem auch in mittleren Risikokategorien ein Plus von mehr als acht Prozent erreicht werden kann, schlagen Performancegebühren massiv zu Buche.

Robo-Advisor: Verschiedene Anlagephilosophien

Ein weiteres großes Unterscheidungsmerkmal zwischen den Anbietern ist ihre An­la­ge­phi­lo­sophie. Die meisten Anbieter machen ein klassisches Rebalancing in regelmässigen Abständen machen. Dabei setzen sie das Portfolio auf eine starre Aktien-/Anleihengewichtung zurück, wobei der Aktienanteil als Näherungswert für die Risikoeinstufung gilt.

Es gibt jedoch auch Robo-Advisors, die andere Anlagestrategien verfolgen – so zum Beispiel Clevercircles oder Swissquote. Mehr zu den einzelnen Anlagestrategien der Anbieter lesen Sie weiter unten im Artikel.

Wichtig: Das bedeutet, dass die Anbieter je nach Anlagestrategie auch schwer miteinander zu vergleichen sind.

Bester Robo-Advisor: Der Vergleich

In den letzten Jahren sind in der Schweiz immer wieder Robo-Advisor auf den Markt gekommen – aber auch viele wieder verschwunden. Doch es gibt einige Anbieter, die sich auf dem Markt etabliert haben. Im Folgenden gehen wir auf die einzelnen Robo-Advisors näher ein, beschreiben die Anlagestrategien und erklären die einzelnen Anbieter und was sie auszeichnet.

Swissquote – Erfahrungen und Strategie

Auch die Schweizer Bank Swissquote hat mittlerweile einen eigenen Robo-Advisor in petto – das ist natürlich praktisch, weil auch das Geld der Kunden direkt im Haus verwaltet werden kann. Besonders interessant bei Swissquote: Der Kunde kann seine Anlagestrategie selbst bestimmen. Der Robo-Advisor liefert einen Vorschlag für das optimale Portfolio anhand der Risikobereitschaft. Dieser muss jedoch nicht übernommen werden. Kunden können eine Art Branchen-Schwerpunkte setzen – zum Beispiel den Gesundheitssektor. Somit investiert der Robo-Advisor verstärkt in diesen Bereich. Die Strategie kann jederzeit angepasst werden.

Swissquote legt das Geld der Kunden in Aktien, Obligationen, Fonds, ETFs, Real Estate und sogar Kryptowährungen an. Das Letzte ist ebenfalls eine Besonderheit unter den Robo-Advisors. Die Anlagephilosophie beruht auf dem quantitativen Handelsansatz. Der Robo-Advisor stützt sich auf historische Daten und Phasen in Konjunkturzyklen und sucht unter Tausenden von Titeln diejenigen aus, bei denen sich die Risiken gegenseitig aufwiegen können. Auf diese Weise stellt er ein Portfolio zusammen, das die beste erwartete Rendite für ein bestimmtes Risikoniveau bietet. Da sich diese mit der Zeit verändern, passt Swissquote das Portfolio regelmässig an, um ein Gleichgewicht zwischen Risiko und Rendite zu halten. Damit ist der Swissquote eine Mischung aus einem passiven und aktiven Robo-Advisor. Da Sie als Kunde viel selbst bestimmen können, sich jedoch trotzdem nicht um die aktive Verwaltung des Portfoilios kümmern müssen.

Das lässt sich Swissquote auch einiges Kosten: Die jährlichen Gebühren liegen bei einer Anlage von CHF 50’000 bei CHF 625. Damit ist es der teuerste Robo-Advisor in unserem Vergleich – allerdings auch der flexibelste.

Hinweis: Da jeder Kunde sein Portfolio individuell anpassen kann, kann bei Swissquote keine pauschale Performance für eine Anlagestrategie errechnet werden. Der Anbieter verweist jedoch auf die Performance seines Quant Fonds, der auf demselben quantitativen Handelsansatz beruht. Dieser erzielte im Jahr 2019 eine Rendite von +10.03 Prozent.

Clevercircles – Erfahrungen und Strategie

Der Robo-Advisor von Clevercircles gehört zur Bank CIC (Schweiz) AG und investiert Ihr Geld mithilfe von ETFs in Aktien, Obligationen, Immobilien und Rohstoffe. Dementsprechend wird auch das Depot bei der Bank CIC geführt. Ihre Anlagestrategie können Sie selbst bestimmen und auch jederzeit ändern. Das Besondere an Clevercircles: Sie können sogenannte Vertrauenspersonen in Ihren Circle einladen.

Deswegen funktioniert Clevercircles auch etwas anders als ein gewöhnlicher Robo-Advisor. Alle zwei Monate findet eine sogenannte Abstimmung statt. Hier dürfen alle Kunden teilnehmen und Ihre Meinung zu den wichtigsten Märkten abgeben. Das Prinzip funktioniert ähnlich wie bei einem Anlagekomitee. Im Anschluss an die Abstimmung findet eine Umschichtungsphase statt, bei der Clevercircles anhand der Meinungen Ihres Circles errechnet, wie Sie Ihr Portfolio am besten Umschichten können. Danach wird Ihnen ein Umschichtungsvorschlag geschickt, den Sie ebenfalls individuell anpassen können. Wenn Sie nicht umschichten wollen, können Sie diesen auch ignorieren und Ihr Portfolio so belassen wie es ist.

Der Sinn dahinter: Dank kollektiver Intelligenz zu mehr Rendite kommen und die Meinung anderer Anleger sehen.

Selma Finance – Erfahrungen und Strategie

Das Schweiz-finnische Unternehmen wurde 2016 von vier jungen Gründern ins Leben gerufen. Ziel ist es, unabhängige Vermögensverwaltung anzubieten und das ohne viel Finanzjargon. Damit ist Selma ist kein klassischer Robo-Advisor, der mehrere Anlagestrategien zur Auswahl anbietet und somit verschiedene Risikoklassen abdeckt. Vielmehr bietet Selma einen digitalen Anlageservice mit automatisierten Private Banking Dienstleistungen an. Das bedeutet, dass der Robo-Advisor die Anlage jedes Kunden individuell managt und dabei die Strategie ändert, sobald sich an der persönlichen Vermögenssituation des Kunden etwas ändert oder sich die Märkte verschieben. Auch wenn der Kunde eine grössere Summe seines Vermögens einzahlt, wird geprüft, ob die Anlagestrategie angepasst werden soll.

Die Mindesteinzahlung bei Selma liegt bei CHF 2’000 und ist im Vergleich zur Konkurrenz relativ niedrig. Wer ein Säule 3a Pensionskonto abschliesst, kann dies sogar ab CHF 500 tun. Ist das Depot erstmal eröffnet, können Kunden ab CHF 100 beliebig oft Geld auf das Konto einzahlen. Dieses wird anschliessend mithilfe von ETFs und Indexfonds in globale Aktien-, Bond, Immobilien, Private Equity, Edelmetalle und Hedgefonds investiert. Das Geld wird entweder bei der Saxo Bank AG – oder bei einer Säule 3a Pensionsanlage beim VZ Vermögenszentrum.

Descartes Finance – Erfahrungen und Strategie

Der Name dieses Robo-Advisors lehnt an den französischen Philosophen und Rationalisten René Descartes. So investiert auch Descartes Finance rational nach bewährten Investmentgrundsätzen, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Hier können Kunden aus fünf verschiedenen Anlagestrategien wählen, die sich in der Höhe der Aktienanteile unterscheiden – von 20 Prozent bis hin zu 100 Prozent Aktienanteil im Portfolio.

Die Mindesteinzahlung liegt bei CHF 25’000 und ist damit vergleichsweise hoch. Descartes Finance begründet das mit der Anlagestrategie, die auf Diversifikation basiert. Ist das Geld erst einmal investiert, wird das klassische Rebalancing periodisch beziehungsweise bei grossen Marktbewegungen angepasst und auf das ursprüngliche Aktien-Obligationen-Verhältnis zurückgesetzt. Das Vermögen wird nach dem Minimum-Risiko-Ansatz verwaltet.

Die Partnerbank von Descartes Finance ist die Schweizer Grossbank UBS. Hier wird das Geld der Kunden verwahrt und kann jederzeit abgebucht werden. Aber auch neue Einzahlungen sind immer möglich, die der Robo-Advisor dann wieder in Aktien, Obligationen oder ETFs investiert.

Wichtig: Descartes Finance investiert ausschliesslich nachhaltig und ESG-konform und das in allen Anlagekategorien. Deshalb fallen die Fondskosten mit durchschnittlich 0.56 Prozent p.a. höher aus, als bei der Konkurrenz. Allerdings machen die vergleichsweise niedrigen Verwaltungsgebühren von 0.50 Prozent p.a. das wieder wett.

True Wealth – Erfahrungen und Strategie

True Wealth wurde 2013 als Schweizer Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich gegründet. Das Depot wird entweder bei der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) oder der Saxo Bank AG eröffnet – das können Kunden frei entscheiden. Kunde können Sie bereits ab CHF 8’500 werden. Danach können Sie auf das Konto beliebig viel einzahlen. Jedoch kann es sein, dass der Robo-Advisor bei Einzahlungen unter CHF 200 das Geld zunächst als Cash auf Ihrem Konto behält und wartet, bis genug für einen ETF eingezahlt wurde und dann erst investiert.

Mithilfe eines Fragebogens wird die Risikobereitschaft und somit die Anlagestrategie ermittelt. Je nach Risiko befinden sich dementsprechend mehr oder weniger Aktien in Ihrem Portfolio. Dieses wird auch angepasst, wenn entweder eine neue Einzahlung auf das Konto eingegangen ist oder der Wert der ursprünglichen Anlagestrategie abweicht – also zu viel oder zu wenig Aktien in Ihrem Portfolio enthalten sind.

Passives und aktives Robo-Advisory – schon gewusst?

Bei Finanz­robotern muss grund­sätz­lich zwi­schen passiven und ak­tiven Robo-Advisors un­te­rschie­den werden. Passive Robo-Advisors ar­bei­ten ähnlich wie eine klassi­sche Anlage­ver­mittlung oder Ver­mögens­be­ra­tung: Sie schlagen Ihnen wäh­rend des An­lage­prozesses Än­de­rungen in der In­ve­sti­tions­stra­tegie vor, über­nehmen diese je­doch nicht auto­ma­tisch (Half-Service-Robos).

Aktive Robo-Advisors (Full-Service-Robos) hin­gegen über­nehmen für Sie die kom­plette Steue­rung des Port­folios und schich­ten unter anderem bei Bedarf die Anlagen voll­auto­ma­tisch um.

Anlagevermögen von Robo-Advisors weltweit

Robo-AdvisorAnlagevermögenLand
Vanguard Personal Advisor93.000USA
Schwab Intelligent Portfolios19.400USA
Betterment11.851USA
Wealthfront8.218USA
Personal Capital4.344USA
Nutmeg1.107GB
Wealthsimple1.000CAN
Future Advisor969USA
AssetBuilder753USA
Rebalance IRA549USA
Scalable Capital535DE

Verwaltetes Anlagevermögen in Millionen US-Dollar, Quelle: Statista Digital Market Outlook, Stand: 12/2017

Was sind die Vorteile von einem Robo-Advisor?

Neben der enormen Zeitersparnis, die die Online-Vermögensverwaltung der Robo-Advisor bringt, liegt ein zentraler Vorteil gegenüber klassischen Anlagestrategien in der automatisierten Risikobeurteilung, denn die Roboter-Berater nehmen Ihnen als Anleger die Last der eigenen Beurteilungen ab. Ihre Anlage wird folglich nicht durch eigene Gefühle beeinflusst.

Da Robo-Advisors vollständig automatisiert sind, können sie direkt auf Veränderungen im Markt reagieren und sind hier meist schneller als menschliche Berater.

Tipp: Vor allem im Hinblick auf das Risikomanagement der Robo-Advisor sollten Sie vorhandene Angebote vergleichen. Denn gerade in diesem Bereich gibt es zum Teil enorme Unterschiede zwischen den Anbietern.

Im Vergleich zu einer Anlage bei der eigenen Hausbank kann ein Produktportfolio, das mithilfe der Robo-Advisors erstellt wird, deutlich grösser sein. Unabhängige Finanzverwalter verfügen zwar ebenfalls über ein grösseres Produktportfolio, als Berater einer Hausbank. Die Verwendung eines Robo-Advisors ist jedoch deutlich günstiger, als die Beauftragung eines unabhängigen Finanzverwalters.

Darüber hinaus ist die Mindestanlagesumme bei Robo-Advisors niedriger als bei klassischen Vermögensverwaltungen. Einige Anbieter verlangen sogar gar keine Mindestanlagesumme. Die Software der Roboter-Berater ist ausserdem benutzerfreundlich und daher leicht zu bedienen. Des Weiteren sind die digitalen Vermögensberater transparent. Nicht nur die Kosten sind übersichtlich, auch der Anlageprozess ist bei den meisten Anbietern nachvollziehbar.

Was sind die Nachteile von einem Robo-Advisor?

Bei der Geldanlage über Robo-Advisors wird die persönliche Beratungsleistung durch automatisierte Prozesse ersetzt. Darunter kann die Individualität der Anlage leiden, da auf der Grundlage der standardisierten Abfrage der Anlagepräferenzen eine vorab festgelegte Anlagestrategie ausgewählt wird. Zwar kann man viele Robo-Advisors schon ab geringen Mindesteinzahlungen nutzen, jedoch kann bei kleinen Einzahlungssummen das Verhältnis von Kosten und Rendite für Sie negativ sein.

Unsere Empfehlung: Wenn Sie Ihr Geld über einen Robo-Advisor anlegen wollen, dann behalten Sie das Verhältnis von Kosten und Rendite der Kapitalanlage im Blick.

Tipp: Legen Sie Ihr Geld nur über Robo-Advisors an, wenn Sie einen langfristigen Vermögensaufbau planen. Wenn Sie zum Beispiel nur für ein Jahr eine Geldanlage planen, sollten Sie auf andere Anlagestrategien zurückgreifen.

Die Bezeichnung Robo-Advisor

Der Name Robo-Advisor setzt sich aus den englischen Begriffen von Roboter (Robot) und Berater (Advisor) zusammen. Als Überbegriff wird für diese Form der Geldanlage auch von Robo-Advice gesprochen.

Wie sicher ist die Geldanlage über einen Robo-Advisor?

Wie bei jeder Geldanlage auf Basis von an der Börse gehandelten Produkten ist Ihre Rendite von mehreren Faktoren abhängig und variiert. Einige Robo-Advisors kooperieren mit Partnerbanken, die unter Aufsicht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) stehen.

Das Geld wird bei den meisten Anbietern in einem Depot bei der Partnerbank angelegt und ist somit im Fall einer Insolvenz des Robo-Advisors geschützt. In der Schweiz wird die Geldanlage zudem als Sondervermögen der kooperierenden Bank klassifiziert und daher nicht dem Vermögen dieser Bank angerechnet. Folglich ist das Geld auch bei einer Insolvenz der Partnerbank sicher.

Der Gedanke hinter einem Robo-Advisor ist, dass er einen klassischen Anlageberater oder Vermögensverwalter ersetzen soll. Mithilfe von technischen Vorgaben basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen investiert er das Geld des Kunden ganz automatisch nach der gewählten Anlagestrategie. Der wichtige Unterschied zu einem menschlichen Vermögensverwalter ist, dass keine Emotionen dahinterstecken.

Das alles passiert automatisch, ohne das eine Person eingreifen muss. Je nach Anbieter schichtet ein Robo-Advisor in Krisenzeiten auch automatisch das Portfolio um oder weicht nicht von der Anlagestrategie ab. Mindestens ein Mal jährlich erfolgt jedoch ein sogenanntes Rebalancing, das das Aktien-Obligationen-Verhältnis wieder der gewünschten Anlagestrategie anpasst.

Ein Robo-Advisor ist vor allem für alle geeignet, die wenig Erfahrung an der Börse mitbringen oder wenig Zeit haben, sich mit den einzelnen Anlagemöglichkeiten zu beschäftigen. Außerdem eignet sich ein Robo-Advisor besonders für langfristige Anlagen. Denn hier wird die „Buy and Hold“-Strategie verfolgt. Es werden also verschiedene ETFs gekauft und behalten.

Ein weiterer Vorteil sind die geringen Kosten. Da ein Robo-Advisor automatisiert arbeitet und keine Person diesen überwachen muss, zahlen Kunden für den Service deutlich weniger als für einen klassischen Vermögensverwalter, der für sie das Portfolio aktiv managt.

Das Angebot an Robo-Advisors in der Schweiz ist nicht unbedingt gross. Jedoch gibt es mittlerweile etwa fünf bis zehn Anbieter, die sich durchgesetzt haben. Immer wieder kommen auch neue dazu. Wir haben in unserem Test sowohl eingesessene Anbieter wie Swissquote als auch neue Robo-Advisors wie Clevercircles oder Selma miteinander verglichen, um Ihnen einen guten Überblick zu verschaffen.

Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Hier kommt es darauf an, welche Robo-Advisor am besten zu Ihnen passt. Welche Kriterien müssen für Sie erfüllt sein? Wollen Sie Ihre Anlagestrategie selbst bestimmen und jederzeit ändern, wäre Swissquote der passende Anbieter. Möchten Sie sich um möglichst wenig kümmern und leicht verständlich informiert werden, wäre Selma eine Option.

Wichtig ist nur, dass das Kosten-Rendite-Verhältnis stimmt. Denn ein guter Robo-Advisor bringt Ihnen nichts, wenn Sie am Ende nicht viel von der Rendite haben. Deswegen achten Sie nicht nur auf die Performance-Daten, die wir Ihnen oben im Vergleich aufgelistet haben, sondern auch auf die jährlichen Kosten.

Geldanlage mit Robo-Advisor - das sollten Sie tun

1
Prüfen Sie auf der Grundlage unserer Informationen, ob für Sie eine Geldanlage mithilfe eines Robo-Advisors in Frage kommt.
2
Vergleichen Sie verschiedene Anbieter im Hinblick auf Ihre Anlagestrategie.
3
Entscheiden Sie sich für einen Anbieter und eröffnen Sie ein Depot bei der entsprechenden Partnerbank.
4
Lassen Sie jetzt den Robo-Advisor für sich arbeiten!

Robo-Advisor-Vergleich – so haben wir getestet

Damit wir die einzelnen Robo-Advisors miteinander vergleichen konnten, haben wir versucht möglichst gleiche Bedingungen zu schaffen: So haben wir die Anlagesumme von CHF 50’000 gewählt, um einheitlich zu zeigen, wie viel Sie bei den einzelnen Anbietern für diese Anlagesumme insgesamt bezahlen müssen. Die Gesamtkosten setzen sich bei jedem Robo-Advisor aus der Grundgebühr und den Produktkosten zusammen.

Beitrag aktualisiert von:

JANA BUCH – REDAKTEURIN RATGEBER

Jana Buch ist seit März 2020 für die Themen Börse und Wertpapiere zuständig. Sie schloss ihr Volontariat bei der Mediengruppe Dr. Haas ab und hospitierte bei der tz.de sowie dem Münchner Merkur. Zuletzt arbeitete sie als News-Redakteurin und Promi-Expertin in einer Online-Redaktion.

Beitrag verfasst von:

ANNIKA NIEDERKORN – EHEMALIGE REDAKTEURIN

Annika Niederkorn war von 2018 bis 2019 zuständig für die Themen Versicherung und Vorsorge. Zuvor schrieb Sie als freie Mitarbeiterin für verschiedene Zeitungen und hospitierte unter anderem bei der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Ihr Studium der Politischen Kommunikation schloss sie mit einem Master ab.

Hinweis: Unsere Ratgeber-Artikel sind objektiv recherchiert und unabhängig erstellt. Damit Sie unsere Informationen kostenlos lesen können, werden manchmal Klicks auf Verlinkungen vergütet.

Bildquelle: Ociacia / Shutterstock.com

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