Rohstoffe handeln

Rohstoffhandel – wie Anleger in Rohstoffe investieren können

Die Entwicklungen an den Rohstoffmärkten sind fester Bestandteil jeder Nachrichtensendung. Die Schwankungen beim Ölpreis, bei Gas, Edelmetallen und Agrarrohstoffen sind erheblich. Wenig verwunderlich, dass Spekulanten rund um den Globus versuchen, Preisänderungen zu ihren Gunsten zu nutzen. Was Anleger zum Rohstoffhandel wissen sollten und wie auch Sie dabei mittels Aktien, Fonds, Zertifikaten oder CFDs mitmischen können. Zunächst haben wir aber die besten Broker Angebote zum Rohstoffhandel für Sie übersichtlich aufgeführt.

Rohstoffhandel – Broker-Angebote

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Ihr Kapital ist nicht geschützt.

Preisschwankungen von Roh­stoffen zu Nutze machen

„Der Goldpreis ist um zwei Prozent, der Ölpreis gar um 3,5 Prozent nach oben gesprungen. Grund dafür sind neue Spannungen auf der arabischen Halbinsel.“ So oder so ähnlich kommentieren die Nachrichten Tag für Tag neue Hochs und Tiefs an den Rohstoffmärkten. Der Grund: Steigende oder fallende Rohstoffpreise wirken sich unmittelbar auf Wirtschaftsaktivität und Verbraucherpreise aus. Steigt der Ölpreis, merken es die Verbraucher schon tags darauf an den Zapfsäulen oder bei der nächsten Heizöl-Lieferung. Bei anziehenden Energiepreisen legen Aktien von Industrieunternehmen auch schnell mal den Rückwärtsgang ein. Steigende Energiekosten sind Gift für energieintensive Unternehmen. Auch höhere Brot- oder Butterpreise sind keine Abzocke von ALDI, Lidl & Co. Vielmehr spürbare Auswirkungen wirtschaftlicher Entwicklungen an den Rohstoffmärkten. Was für Verbraucher eher nervend daher kommt, kann für gewiefte Anleger jedoch ein Eldorado sein, wenn sie die hohen Preisschwankungen bei Öl, Gold oder beispielsweise Weizen für sich zu nutzen wissen.

Öl, Gold, Silber, Weizen & Co. – die wichtigsten Rohstoffe

Grundsätzlich werden an den Märkten ausnahmslos alle Rohstoffe gehandelt. Als Privatanleger können Sie, der Finanzindustrie sei dank, mittlerweile quasis jeden Rohstoff in Ihr Wertpapierdepot packen. Doch bevor Sie sich als Anleger mit der Frage nach dem „Wie“ auseinander­setzen, müssen Sie zunächst klären, in welchen Rohstoff Sie investieren möchten.

An den Kapitalmärkten spielen neben Rohöl und dem Auf und Ab beim Ölpreis vor allem Edel-, Industriemetalle und Agrarrohstoffe die bedeutendsten Rollen. Zu den Edelmetallen zählen neben Gold und Silber per Definition alle Metalle, die korrosionsbeständig sind. Auf den weltweiten Rohstoffmärkten werden vor allem auch Platin und Palladium rege gehandelt. Unter Privatanlegern mit Abstand am meisten diskutiert wird allerdings der Goldpreis und die Frage, inwiefern es sich lohnen könnte, auf einen steigenden Goldpreis zu spekulieren. Bei den Industriemetallen werfen Anleger vor allem ein Auge auf die Entwicklungen bei Aluminum, Blei, Kupfer, Nickel, Zink und Zinn.

Nicht ganz so im Fokus privater Anleger stehen hingegen die wichtigsten Agrarrohstoffe, die sogenannten Soft Commodities. Neben Getreidesorten wie Weizen oder Zucker schaffen es ab und an auch Agrarprodukte wie Baumwolle, Kaffee, Kakao, Mais oder Orangensaft in die Finanznachrichten. Dabei ist Kaffee mit einem weltweiten Transaktionsvolumen von 20 Milliarden US-Dollar pro Jahr gleich nach Erdöl der Rohstoff mit dem zweithöchsten Handelsvolumen. Auf nachwachsende Rohstoffe wie Agrarprodukte, Holz, Pflanzenöle, Zucker und Co. setzen hingegen Anleger, die einerseits in Rohstoffe investieren, andererseits aber auf fossile Energieträger und auch nukleare Ressourcen wie Uran verzichten und stattdessen nachhaltig investieren wollen.

Rohstoffpreise und wichtige Rohstoffindizes

Was bewegt nun die Rohstoffpreise und wie können Privatanleger in Rohstoffe investieren? Die Entwicklungen einzelner Rohstoffe können Anleger ganz einfach auf der finanzen.net-Übersicht zum Thema Rohstoffe nachvollziehen. Daneben gibt es eine ganze Reihe von Rohstoffindizes wie die der J.P. Morgan Commodity Curve Index-Familie, kurz JPMCCI. Diese Indizes bilden die Entwicklung ganzer Rohstoffsektoren ab. Relevant sind hier vor allem der seit 1991 berechnete und stark energielastige S&P GSCI. Er enthält 24 Rohstoffe, die Zusammensetzung wird jährlich entsprechend der globalen Produktionsmenge angepasst. Vielbeachtet sind auch der weniger energielastige CRB-Index von Thomson Reuters, der Bloomberg Commodity Index und der Rogers International Commodity Index (RICI), der in 36 unterschiedliche Rohstoff-Futures investiert. Letzterer wurde von Hedgefonds­legende Jim Rogers im Jahr 1998 ins Leben gerufen. Rogers hatte in den 70er Jahren gemeinsam mit Star-Investor George Soros den legendären Quantum-Fonds gegründet.

Wichtigster Treiber für die Rohstoffpreise ist das globale Wirtschaftswachstum. Positive oder negative Entwicklungen gerade in China oder den USA haben erhebliche Auswirkungen auf die Preise wichtiger Rohstoffe, vor allem auf die Preise von Industrie­rohstoffen. Steigt die Nachfrage nach Energieträgern oder industriell benötigten Rohstoffen, steigen auch deren Preise. Bei Agrar­rohstoffen sind auch Wetterphänomene zu berücksichtigen. So können Missernten oder langanhaltende Dürreperioden zu erheblichen Verwerfungen an den weltweiten Märkten für Agrarrohstoffe führen.

Allerdings ist Nachfrage nicht der alleinige Preistreiber. Da die „Rohstoff-Produzenten“ nur mit Verzögerung auf Änderungen der Nachfrage reagieren können, spielt insbesondere die Produktions­kapazität bei der Preisbildung eine erhebliche Rolle. Eine anziehende Nachfrage nach einem Industriemetall wie Kupfer führt beispielsweise unweigerlich zu einer Ausweitung der Explorationstätigkeit und mittel- bis langfristig zu erhöhter Produktion in Kupferminen. Doch vergehen von der Entdeckung bis zur Erschliessung neuer Kupfervorkommen mitunter viele Jahre, sodass die Metallpreise häufig erst nach Jahren wieder auf ein altes Niveau zurückkehren.

Auch bei Nahrungsmitteln bzw. Agrarrohstoffen lässt sich das Angebot kurzfristig nicht beliebig steigern. Veränderungen beim Angebot oder der Nachfrage führen hier regelmässig zu großen Preisausschlägen, von denen Rohstoff­investoren profitieren können.

Rohstoffe handeln – diese Möglichkeiten haben Sie als Anleger

Warenterminbörse

An einer Warenterminbörse wie der Chicago Mercantile Exchange werden Waren zu bestimmten Terminen in der Zukunft gehandelt. Gehandelt werden aber nicht nur Agrarrohstoffe und land­wirtschaftliche Erzeugnisse, sondern auch Nutztiere. So gibt es beispielsweise auch Kontrakte auf Schweine oder Lebendrind. Die Kontrakte an den Warentermin­börsen sind sowohl hinsichtlich Liefermenge, Liefertermin als auch Qualität der Waren standardisiert. Auch der Erfüllungs- bzw. Handelsort, zum Beispiel ein Verladehafen, ist genau festgelegt. Da es hier um echte Lieferung von Rohstoffen geht, ist der Handel von Kontrakten an internationalen Warentermin­börsen für Privatanleger gänzlich ungeeignet.

Rohstoffaktien

Anleger, die nicht direkt in Rohstoffe, sondern eher in Unternehmen investieren möchten, deren Geschäft mittel- oder unmittelbar mit der Produktion oder dem Handel von Rohstoffen zusammenhängt, können mittels Rohstoffaktie unmittelbar in solche Unternehmen investieren. Einen Blick werfen können Anleger beispielsweise auf den weltweit grössten Bergbaukonzern. Die australisch-britische BHP Billiton Plc. (VALOR: 675391) investiert das Geld ihrer Aktionäre in Geschäfte mit Eisenerz, Erdöl/ Erdgas, Kupfer, Koks- und Kraftwerkskohle. Auch Rio Tinto Plc. (VALOR: 402589) zählt als weltweite Nummer zwei zu den ganz Grossen der Branche. Das 1873 gegründete Unternehmen beschäftigt weltweit 50.000 Mitarbeiter und ist ein echter Blue-Chip am Aktienmarkt. Weitere Riesen im Rohstoffmarkt sind der britische Minenbetreiber Anglo American Plc. (VALOR: 3186826) und die Mondi Plc. (VALOR: 13126282) mit Sitz in London/ Johannesburg, die mit 25.000 Beschäftigten die Wertschöpfungskette von der Forstwirtschaft bis zur Papierherstellung abdeckt. Für den Handel von Rohstoffaktien benötigen Sie – wie bei allen Aktien – ein Wertpapierdepot bei Ihrer Hausbank oder einem Online-Broker. Viele Direktbanken bietet hier günstige Angebote.

Rohstoffe per CFD handeln

Käufer, denen es vor allem auf die Partizipation an der Wertentwicklung von Öl, Gold oder Mais ankommt, können Rohstoffe auch über sogenannte CFDs kaufen. Bei einem CFD partizipiert der Anleger direkt an der Entwicklung des Rohstoffpreises, besitzt diesen aber nicht physisch. Spekulative Anleger nutzen CFDs auch, um die Entwicklung von Rohstoffen zu hebeln. Steigt der Ölpreis also um nur ein Prozent, gewinnt ein Öl-CFD mit Hebel 30 gleich um satte 30 Prozent. Eine 1:1 Partizipation ist natürlich ebenfalls möglich.

Tipp: Wenn Sie Rohstoffe als CFD kaufen möchten, können Sie zum Beispiel bei Plus500 tun. Plus500 bietet unterschiedliche Einzahlungsmöglichkeiten an, unter anderem PayPal und Kreditkarte.

Sie können natürlich auch einen anderen Anbieter Ihrer Wahl nutzen, bei Ihrer Suche unterstützt Sie unser CFD-Broker-Vergleich.

Rohstoffe per Zertifikat handeln

Auch mit Zertifikaten können Privat­investoren recht mühelos in Silber, Palladium, Kaffeebohnen und beinahe jeden anderen Rohstoff investieren. Dabei bieten Zertifikate den Vorteil, dass sie – genau wie Aktien – über jedes Wertpapierdepot ge- und verkauft werden können. Die Banken, die die Zertifikate emittieren, stellen permanent An- und Verkaufskurse, sodass Anleger meist zwischen acht und 22 Uhr jederzeit handeln können. Weiterer Vorteil: Mittels Quanto-Zertifikaten können Anleger das Währungsrisiko bei Rohstoffen ausschalten. Denn Rohstoffe notieren in der Regel in US-Dollar, sodass Anleger, die in Schweizer Franken neben dem Kurs- auch das Währungsrisiko (und auch entsprechende Chancen) beachten müssen. Beachten sollten Anleger zudem, dass Zertifikate Schuldverschreibungen sind: Geht die emittierende Bank pleite, ist das Zertifikat wertlos. Unabhängig davon, welchen Wert der investierte Rohstoff noch besitzt. Nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers im Jahr 2008 waren Zertifikate daher in Verruf geraten. Dennoch: Zertifikate sind nicht per se zu verteufeln und sind auch im Rohstoffbereich einen Blick wert. Zumal Anleger auch hier mit Hebel oder Discount auf steigende und fallende Kurse spekulieren können. Auch gibt es Zertifikate auf die wichtigsten Branchen-Indizes.

Rohstofffonds, ETFs und ETCs

An­leger, die lang­fristig auf stei­gende Rohstoff­notierungen setzen möchten, können alternativ auf Bran­chen­fonds, ETFs oder ETCs setzen. Exchange Traded Commodities (ETCs) sind eine Sonder­form von Zertifikaten: un­be­fristete, be­sicher­te Schuld­ver­schrei­bungen – so par­ti­zipie­ren An­leger besonders kom­for­tabel und kosten­günstig von den Entwick­lungen am Öl­markt.

Neben ETCs stehen Anlegern auch ETFs auf Rohstoffe zur Verfügung. ETFs bieten Anlegern einen besonders kostengünstigen Investment-Zugang zu einem Index. Anders als Fonds werden ETFs jedoch nicht von einem Manager betreut. Sie folgen stattdessen mehr oder weniger stur dem jeweiligen Index.

Wer einen kostengünstigen Zugang favorisiert und bewusst auf ein aktives Fondsmanagement verzichten möchte, findet beispiels­weise im marktbreiten ComStage STOXX® Europe 600 Basic Resources UCITS ETF (VALOR: 4561479) einen ETF, der die Wertentwicklung des europäischen Rohstoffsektors über den STOXX® Europe 600 Basic Resources Kursindex abbildet.

Besonderheiten bei Rohstoffen: Preis­bil­dung und An­passung 

Emittenten koppeln die Preisbildung von Open-end-Hebel und -Anlageprodukten unabhängig von der jeweiligen Terminkurvenstruktur aufgrund der hohen Handelsliquidität in der Regel an den nächstfälligen Future-Kontrakt und rollen die Position jeweils kurz vor Fälligkeit in die darauffolgende Fälligkeit.

Wer längerfristige Strategien mit Open-end-Partizipations-Zertifikaten umsetzen möchte, sollte sich unbedingt ein Bild von der zugrundeliegenden Terminkurve verschaffen, um den Einfluss des Rolleffekts zumindest abschätzen zu können. Häufig hilft es bereits, einfach die positive oder negative Differenz der beiden nächstfälligen Kontraktpreise zu betrachten. Da der Emittent keine Möglichkeit hat, Rollkosten oder -erträge zu belasten oder gutzuschreiben, wird er bei Open-end-Partizipations-Zertifikaten das Bezugsverhältnis anpassen. Im Falle von Rollkosten sinkt dieses und das Zertifikat kontrolliert eine kleinere Menge des Basiswerts. Bei Rollgewinnen steigt das Bezugsverhältnis und Anleger kontrollieren eine grössere Menge des Basiswerts.

Bei Open-end-Hebelprodukten wird der Emittent statt des Bezugsverhältnisses die Basispreise anpassen. Im Falle von Rollkosten steigt der Basispreis von Long-Hebelprodukten (und sinkt entsprechend bei Short-Produkten). Bei Rollgewinnen sinkt der Basispreis von Long-Hebelprodukten (und steigt entsprechend bei Short-Produkten).

Eine Ausnahme bilden Hebelprodukte und Anlageprodukte mit fester Restlaufzeit (wie etwa Optionsscheine und Knock-Out-Produkte mit begrenzter Laufzeit oder Discount-Zertifikate), die einer bestimmten Kontraktfälligkeit entspricht. Wurde diese als Basiswert definiert und ist sie Bestandteil des Produktnamens – beispielsweise bei einem Call-Optionsschein auf den Brent Crude Oil-Future Dezember – so richtet sich dessen Preis ab dem Ausgabetag ausschließlich am Preis des Dezember-Kontraktes aus. Roll-Transaktionen fallen hier zwar nicht an, wenn diese Fälligkeit allerdings noch weit entfernt liegt, eignet sich das Produkt nur begrenzt, um an den Kursbewegungen des kurzen Laufzeitbandes zu partizipieren.

Tipp: Fragen Sie im Zweifel den Emittenten Ihres Produktes immer vor einer Transaktion nach dem exakten Basiswert, möglichen Roll-Vorgängen und Anpassungsmechanismen.

Beitrag aktualisiert von:

Redaktion finanzen.ch

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Bildquelle: Kokhanchikov / Shutterstock.com

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