In Basiswerte investieren

Tracker-Zertifikate – so können Sie gestreut und transparent in Basiswerte investieren

Mit Tracker-Zertifikaten können Sie als Anleger gestreut in Basiswerte investieren, die beispielsweise einem Index zugrunde liegen. Die Zertifikate gehören zu den beliebtesten Strukturierten Produkten unter Anlegern. Tracker finden vor allem deshalb grossen Anklang, weil die Kursbewegungen relativ klar nachvollziehbar sind. Wir liefern Ihnen Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Tracker-Zertifikaten.
Tracker-Zertifikate

Tracker-Zertifikate - das Wichtigste in Kürze

Tracker-Zertifikate gehören zu den Partizipationsprodukten. Sie bilden die Werteentwicklung eines Basiswerts ein zu eins ab.
Mit Trackern können Investoren in Megatrends investieren, zu denen sie ansonsten keinen Zugang hätten. Ein Vorteil ist dabei die einfache Streuung der Geldanlage ohne grossen Geldeinsatz.
Wichtig: Tracker-Zertifikaten können sehr volatil sein. Wer in die Strukturierten Produkte investiert, sollte starke Nerven mitbringen.

Tracker-Zertifikate - Empfehlungen & Tipps

Tracker-Zertifikate erfreuen sich wegen ihrer gut nachvollziehbahren Kursbewegungen an grosser Beliebtheit. Die prozentuale Werteentwicklung eines Trackers entspricht der des Basiswerts.
Unsere Empfehlung: Tracker-Zertifikate haben den Vorteil, dass sie teilweise aktiv gemanagt werden. EIn Fondsmanager behält das Finanzprodukt immer im Auge.
Tipp: Wer vond en Vorteilen eines aktiven gemanagten Tracker-Zertifikat profitieren möchte, kann in Actively Managed Certificates investieren. Sie verfolgen einen dynamischen Ansatz.

Was ist ein Tracker-Zertifikat?

Tracker-Zertifikate zählen zu den Partizipationsprodukten und sind wohl der am weitesten verbreitete Typus dieser Produktkategorie. Die Zertifikate bilden die Werteentwicklung eines Basiswerts bei Kursgewinnen und -verlusten eins zu eins ab. Dabei handelt es sich in der Regel um Aktien, Indizes, Rohstoffe oder Devisen. Die Partizipation ist bei den Tracker-Zertifikaten in den meisten Fällen nicht begrenzt. Die meisten Tracker-Zertifikate beziehen sich jedoch auf einen Index.

Wann lohnt sich eine Investition in Tracker-Zertifikate?

Anleger erhalten durch Tracker-Zertifikate einen einfachen Zugang zu exotischen Märkten, die ihnen ansonsten verwehrt bleiben würden. Zum Beispiel gibt es Tracker-Zertifikate auf Strom oder sonstige Energie, die einen Strompreisindex als Basiswert haben. Es gibt auch Tracker-Zertifikate auf Kryptowährungen. Ein weiterer Vorteil ist, dass eine einfache Streuung der Anlage ohne allzu grossen Geldeinsatz möglich ist, wenn Indizes, Baskets oder Sektoren als Basiswert fungieren. In diesem Fall bieten sie Anlegern eine Alternative zu ETFs, wenn Anleger schnell in Megatrends investieren möchten.

Tipp: Interessieren Sie sich für Strukturierte Produkte? Dann könnten Barrier Reverse Convertibles eine interessante Option für Sie sein. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Besten finden.

Welche Chancen und Risiken bergen Tracker-Zertifikate?

Mit Strukis können Anleger schneller in Megatrends investieren, als es bei ETF der Fall ist. Emittenten können schneller an den Markt gehen mit passenden Produkten. Außerdem besteht dabei kein Einzelwertrisiko. Handelt es sich bei dem Struki um ein Zertifikat in einer Fremdwährung, das nicht währungsgesichert mit dem Zusatz „Quanto“ handelt, sollten Anleger das Währungsrisiko berücksichtigen. Bei diesen Strukis besteht ausserdem ebenfalls das Emittentenrisiko, bei dem der Emittent zahlungsunfähig und das Zertifikat dadurch wertlos wird. Bei einem Tracker haben Sie als Investor faktisch die gleichen Risiken, wie bei Direktanlagen in einen Basiswert. Wichtig ist das Bezugsverhältnis: Liegt der Aktienkurs beispielsweise bei 1’000 Euro und das Tracker-Zertifikat hat ein Bezugsverhältnis von 10:1, würde das Zertifikat 100 Euro kosten. Die prozentuale Wertentwicklung ist beim Original und beim Tracker Zertifikat jedoch identisch. Die geringe Kostentransparenz wird bei Trackern häufig bemängelt, da sie die Kosten für die Anleger nicht ausweisen. Dadurch bleibt es unklar, ob höhere Spreads bei Trackern ein Ergebnis von geringerer Liquidität oder eine versteckte Gebühr sind.

Wie funktionieren Tracker-Zertifikate?

Grundlegend ist die Funktionsweise von Tracker-Zertifikaten leicht zu verstehen. Im Hintergrund führt der Emittent immer weitere Absicherungsgeschäfte durch, um sein Risiko zu minimieren. Als Anleger merken Sie davon allerdings nichts. Die Partizipationsprodukte erfreuen sich aufgrund ihrer gut nachvollziehbaren Kursbewegungen an grosser Beliebtheit. Die prozentuale Werteentwicklung eines Tracker-Zertifikats entspricht der seines Basiswerts. Oftmals besitzen die Zertifikate zwar ein Bezugsverhältnis, zum Beispiel 1:100, und sind damit günstiger als der Basiswert. Es ändert sich allerdings nichts an der prozentualen Werteentwicklung: Steigt der Basiswert beispielsweise um fünf Prozent, legt auch das Zertifikat auch um fünf Prozent zu.

Tipp: In unserem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie in Megatrends wie Gaming und Elektromobilität investieren.

So finden Sie das beste Tracker-Zertifikat

Als Investor können Sie ein Tracker-Zertifikat mit der von Ihnen gewünschten Ausgestaltung jederzeit über die Börse oder im ausserbörslichen Direkthandel mit dem Emittenten kaufen oder verkaufen. Erwerben können Sie die Produkte beispielsweise bei UBS, ZKB, Vontobel, Leonteq und Julius Bär. Die Anbieter legen speziell für Investoren mit einem sehr hohen Investitionsvolumen auch massgeschneiderte Produkte an.

So unterscheiden sich Tracker-Zertifikate von Actively Managed Certificates

Anleger können mit Tracker-Zertifikaten, die den Basiswert eins zu eins abbilden, eine Anlageidee einfach umsetzen. Actively Managed Certificates (AMC) gehen dabei noch einen Schritt weiter: Sie sind von Anlageverwaltern aktiv gesteuerte Finanzprodukte und an der Schweizer Börse kotiert oder im Bankenhandel erhältlich. AMC verfolgen einen dynamischen Ansatz und ermöglichen Ihnen als Investor ein aktives Management der gewählten Strategie. Tracker-Zertifikate eignen sich für Anleger, die mit einer Transaktion breit gestreut in ein Thema investieren möchten. Bei einem AMC ist die zu Beginn stattfindenden Selektion der Basiswerte sehr wichtig. Anpassungen sind aber auch nach der Emission jederzeit möglich. Das ist bei Tracker-Zertifikaten nicht der Fall. Mit AMC ist eine ständige Abstimmung auf die aktuelle Marktsituation möglich.

Tracker-Zertifikate: Der Unterschied zu ETF

Trotz einiger Gemeinsamkeiten bezüglich des Indextrackings, handelt es sich bei Tracker-Zertifikaten und ETF um zwei verschiedene Arten von Wertschriften. Ein Tracker-Zertifikat ist eine Inhaberschuldverschreibung. Der Investor wird dabei zum Fremdkapitalgeber des Emittenten. Ein ETF hingegen ist ein Sondervermögen. Im Insolvenzfall hat dieser Unterschied für Anleger grosse Auswirkungen. Der Zertifikateinvestor trägt das volle Bonitätsrisiko des Emittenten. Der ETF-Besitzer ist bei einem Konkurs des Anbieters geschützt. Sie sind ausserdem frei von Bonitätsrisiken, solange sie eine voll replizierende Strategie verfolgen. Vermögensverwalter sind sich aber einig, dass es heutzutage kaum noch gravierende Preisunterschiede gibt zwischen börsenkotierten Trackern und ETF. Doch wegen ihrer engeren Spreads, die durch ihr grösseres Volumen entstehen, bieten sie für Verwalter einen Anreiz, ETF dem Vorzug gegenüber Trackern zu geben. Ebenfalls eine Rolle spielt das Emissionsvolumen bei der Verteilung der Emissions- und Kotierungskosten. Die Anforderungen an Tracker-Emittenten sind zwar bezüglich der Dokumentation geringer, was theoretisch die Kosten senkt. Das Emissionsvolumen ist bei ETF aber in der Regel höher, so können sich die Kosten je Fondsanteil wieder an die von Trackern angleichen.

Tipp: Wie Sie ETF kaufen können, zeigen wir Ihnen in unserem Ratgeber zum Thema. Alle wichtigen Begriffe können Sie auch noch einmal in unserem ETF-Lexikon nachlesen.

Tracker-Zertifikate - das sollten Sie tun

1
Tracker-Zertifikate gehören zu den Partizipationsprodukten. Sie bilden die Werteentwicklung eines Basiswerts bei Kursgewinnen und -verlusten eins zu eins ab. Die Partizipation ist in den meisten Fällen unbegrenzt.
2
Mit Trackern können Sie in Megatrends investieren. Ausserdem ist eine breite Streuung ohne grossen Kapitaleinsatz möglich.
3
Bei den Finanzprodukte gibt es in der Regel keine Dividendenzahlung. Es gibt aber Sonderformen, bei denen die erwartete Dividende des Basiswerts abgezinst im aktuellen Preis berücksichtigt wird.
4
Als Investor können Sie Tracker-Zertifikate mit der gewünschten Ausgestaltung jederzeit über die Börse oder im ausserbörlsichen Direkthandel kaufen.
5
Tracker unterscheiden sich von AMC und passiven Indizes. Wer gerne breit gestreut mit einem gewissen Risiko in einen Index investieren möchte, kann sie durchaus in Erwägung ziehen.

Beitrag verfasst von:

JOY JAKOB - RATGEBER-REDAKTEURIN

Joy Jakob - Redakteurin finanzen.net RatgeberJoy Jakob verstärkt seit Anfang 2020 die Ratgeber-Redaktion. Sie ist zuständig für die Themen Versicherung, Vorsorge und Finanzen. Ihr Journalismus-Studium hat sie mit Bachelor abgeschlossen. Während ihres Studiums hospitierte sie unter anderem bei der Badischen Zeitung und in der Presseabteilung des SV Werder Bremen.

*Das bedeutet das Sternchen: Unsere Ratgeber-Artikel sind objektiv recherchiert und unabhängig erstellt. Wir wollen so möglichst vielen Menschen helfen, eigenständig Vermögen aufzubauen und in Finanzfragen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Damit unsere Informationen kostenlos abrufbar sind, werden manchmal Klicks auf Verlinkungen vergütet. Diese sogenannten Affiliate Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen. Geld bekommt die finanzen.net GmbH, aber nie der Autor individuell, wenn Leser auf einen solchen Link klicken oder beim Anbieter einen Vertrag abschliessen. Ob die finanzen.net GmbH eine Vergütung erhält und in welcher Höhe, hat keinerlei Einfluss auf die Produktempfehlungen. Für die Ratgeber-Redaktion ist ausschliesslich wichtig, ob ein Angebot gut für Anleger und Sparer ist.

Bildquelle: lucadp / Shutterstock.com

BackToTop Nach oben