Investition in eine grüne Zukunft

Wasserstoff-Aktien handeln: So investieren Sie in den Megatrend Brennstoffzelle

Wasserstoff-Aktien gehören zu den spannendsten Investments an der Börse. Mit dem Corona-Konjunkturpaket fördert die Bundesregierung Forschung und Entwicklung der Brennstoffzellentechnik, sie gilt als Garant für eine klimaneutrale Mobilität und für eine grüne Zukunft. Hier erfahren Sie, welche Unternehmen Sie im Blick haben sollten, wie Sie Wasserstoff-Aktien handeln können und worauf Sie bei einem Investment in den Megatrend Brennstoffzelle achten müssen.

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Wasserstoff-Aktien - das Wichtigste in Kürze

Die Brennstoffzellentechnik gilt als Megatrend - und für Anleger ein chancenreiches Investment.
Wer an der Entwicklung teilhaben möchte, kann Wasserstoff-Aktien handeln oder in Wasserstoff-Strukis investieren. Letztere bilden mehrere spannende Unternehmen in diesem Bereich ab.

Wasserstoff- und Brennstoffzellen - Empfehlungen & Tipps

Zu den Gewinnern der Branche könnten Unternehmen zählen, die Wasserstoff ohne die Erzeugung von klimaschädlichem CO2 herstellen können.
Unsere Empfehlung: Vontobel hat im Mai 2020 ein Tracker-Zertifikat auf den Solactive Hydrogen Top Selection Index emittiert. Leonteq bietet bereits seit März 2020 ein Tracker-Zertifikat auf den Swissquote Hydrogen Index an. Anleger können mit beiden Produkten direkt in eine Auswahl an Wasserstoff-Aktien investieren. Wer in Einzelaktien investiert, sollte bereits einige Erfahrung im Aktienhandel gesammelt haben.

Wasserstoff: Energiequelle der Zukunft?

Wasserstoff ist das chemische Element mit der geringsten Dichte. Im flüssigen Zustand wiegt er nur 70,8 Gramm pro Liter. Bereits im Jahr 1990 blühte der Wasserstoff-Antrieb zum ersten Mal auf, doch erst jetzt wird das Thema zum Megatrend – und Wasserstoff-Aktien für Investoren besonders chancenreich.

Eine Studie aus dem September 2019 der Marktforschungsfirma Grand View Research besagt, dass der Markt für Brennstoffzellen weltweit bis 2021 auf über 24 Milliarden US-Dollar wachsen wird. Bislang hat das Thema in Europa noch eine geringe Bedeutung, doch das Potenzial für Hersteller und Investoren ist enorm.

Was ist eine Brennstoffzelle?

Wer Brennstoffzelle sagt, meint in der Regel eine Wasserstoff-Sauerstoff-Brennstoffzelle. Beide Elemente verbinden sich zu Wasser und dabei entsteht Strom. Es scheint unsinnig, erst mithilfe von Strom, Wasser in seine Elemente zu zerlegen und sie daraufhin wieder zusammenzuführen. Doch so lässt sich die Energie speichern.

Wo wird Wasserstoff eingesetzt?

Prinzipiell betrachtet ist Wasserstoff seit Jahrtausenden unsere wichtigste Energiequelle. Die Isotope des Elements halten die Sonne am Brennen und ohne diese könnte unser Planet nicht existieren. Als Energieträger wird Wasserstoff aber bisher von der Konkurrenz abgehängt. Die fossilen Brennstoffe haben hier die Nase vorn. Traurigerweise rühmt sich Wasserstoff als Potenzial für Kernfusionsbomben.

Europa plant eine grüne Zukunft

Die Europäische Kommission und die Bundesregierung haben das Ziel gesetzt, dass Europa bis zum Jahr 2050 aus Kohle, Öl und Gas ausgestiegen sein soll. Dies gelingt aber nicht ohne einen Wasserstoffausbau. Die Bundesregierung hat dafür die „Nationale Wasserstoffstrategie“ verabschiedet. Sie sieht vor, dass in Deutschland bis 2030 Erzeugungsanlagen mit bis zu fünf Gigawatt Gesamtleistung entstehen sollen. Das entspricht etwa der Leistung aller laufenden Off-Shore-Windanlagen an der deutschen Küste. Der Einsatz von Wasserstoff soll auch im Verkehr gefördert werden. Fokussiert wird sich dabei auf grünen Wasserstaff – dieser wird aus den regenerativen Energieträgern Wasser, Wind und Sonne hergestellt.

Wie wird Wasserstoff hergestellt?

Die Herstellung von Wasserstoff ist simpel und wird auch in den Schulen unterrichtet. Elektrischer Strom fliesst dabei über Elektroden in einen Tank voll Wasser (H2O) und zerlegt dieses in seine Einzelelemente: Wasserstoff und Sauerstoff. Danach lässt sich Wasserstoff in Brennstoffzellen wieder zu Strom umwandeln, zu Methan zum Heizen veredeln oder zu Treibstoff für Flugzeuge und Schiffe. Die Einsatzmöglichkeiten sind also sehr variabel. Hersteller gewinnen heute jährlich mehr als 600 Milliarden Kubikmeter Wasserstoff.

Welche Probleme gibt es mit Wasserstoff?

Problematisch ist die schwierige Gewinnung und Lagerung von hochreaktivem Wasserstoff. Hinzu kommt eine praktisch nicht vorhandene Infrastruktur.

Vergleich: Verbrenner vs. Brennstoffzelle

Der Verbrenner

Vielstofftauglich (Gemische mit Erd- und Biogas können ebenfalls eingesetzt werden)
Robuste und relativ günstige Technologie
Aber: Geringer Wirkungsgrad und eingeschränkte Reichweite

Die Brennstoffzelle

Hoher Wirkungsgrad
Lokal emissionsfrei
Aber: Hohe Kosten und fehlende Infrastruktur

Wasserstoff- und Brennstoffzellen: Wer könnte zu den Gewinnern gehören?

Zu den Gewinnern der Branche werden vermutlich die Unternehmen gehören, die Wasserstoff ohne die Erzeugung von klimaschädlichem CO2 herstellen können. Als Treibstoff dienender Wasserstoff ist keine Primärenergie, sondern muss analog zur Stromerzeugung gewonnen werden. Die Abgase einer Brennstoffzelle bestehen zwar aus reinem Wasserdampf, das bring aber nichts, wenn zur Herstellung Kohle oder Öl als Energiequelle genutzt werden.

Etablierte Konzerne strahlen weniger Börsenglanz aus, als reine Wasserstoff-Aktien. Doch der wachsende Bedarf fördert die Vielfalt der Branchen, die sich beteiligen möchte. Das liegt unter anderem an den vielfältigen Einsatzgebieten von Wasserstoff. Durch die Kohlehydrierung können Unternehmen künstlich Diesel, Benzin oder Heizöl herstellen. Gleichzeitig kann Wasserstoff auch als Kühlmittel oder zur Herstellung von Margarine verwendet werden.

Die Euphorie über das chemische Element wurde aber vor allem durch seine Verwendung als Stromlieferant und seiner Garantie für eine klimaneutrale Mobilität ausgelöst. Zu den Abnehmern der Zukunft zählt vor allem die Industrie mit grossem Energiehunger und alles, was von einem Motor angetrieben wird. Wasserstoff-Antrieb ist vor allem bei Transportfahrzeugen mit grossem Gewicht denkbar, wie zum Beispielen Zügen oder Schwertransporten.

Welcher Wasserstoff-Ansatz dominiert?

Beim Thema Mobilität gibt es grundsätzlich zwei Wasserstofftechnologien: Die eine ist die Verbrennung von Wasserstoff, die andere die Brennstoffzelle. In beiden Verfahren entsteht eine chemische Reaktion, die die bei der Herstellung verwendete Energie teilweise wieder freisetzt.

Welche Probleme gibt es bei Wasserstoff?

Das Problem beider Techniken liegt in der speziellen Eigenschaft von Wasserstoff. Wegen seiner geringen Dichte verfügt er auch über ein geringes Energievolumen. Wasserstoff muss deswegen als Treibstoff stark komprimiert oder verflüssigt werden. Er kondensiert dabei zu einer farblosen Flüssigkeit. Ein weiteres Problem zeigt sich in der schwierigen Gewinnung und Lagerung von hochreaktivem Wasserstoff, sowie der fehlenden Infrastruktur.

Welche Wasserstoff-Aktien gibt es?

Immer mehr Unternehmen beschäftigen sich mit dem Thema Wasserstoff. Es gibt auch viele unternehmerische Verzweigungen. Wir haben die führenden Unternehmen für Sie unter die Lupe genommen.

Ballard Power Systems: Der Weltmarktführer bei Brennstoffzellen

Das kanadische Unternehmen Ballard Power Systems (ISIN: CA0585861085) ist Pionier und Weltmarktführer bei der Produktion von Brennstoffzellen für Busse, Transporter, Züge und Schiffe. Zu einer der interessantesten Wasserstoff-Aktien wird Ballard Power Systems durch den Einstieg der chinesischen Unternehmen Weichai Power und Broad Ocean Motor. Beide Unternehmen halten fast 30 Prozent der Unternehmensanteile – und bringen Ballard Power Systems so einen besseren Zugang zum chinesischen Markt. Ausserdem betreibt das Unternehmen mit Weichai Power ein grosses Joint Venture in Asien. Der Nachteil ist allerdings die grosse Abhängigkeit des Unternehmens vom chinesischen Markt.

Die Aktie von Ballard Power Systems ist zum Beispiel an der BX Swiss gelistet.

NEL ASA: Wasserstoffunternehmen aus Norwegen

Das norwegische Unternehmen NEL ASA (ISIN: NO0010081235) ist fokussiert auf die Herstellung, Speicherung und den Vertrieb von Wasserstoff auf erneuerbaren Energien. Es ist schon seit einem Jahrhundert in der Branche tätig. Es stellt ausserdem auch Wasserstofftankstellen und Elektrolyseure her, Geräte, die auf Aufspaltung von Wasserstoff und Sauerstoff genutzt werden. Der Vorteil an Elektrolyseuren ist, dass man diese auch benötigt, wenn der Wasserstoff für andere Zwecke als für Brennstoffzellen benötigt wird.

Die Aktie von NEL ASA ist zum Beispiel an der BX Swiss gelistet.

Linde plc aus Irland

Linde plc (ISIN: IE00BZ12WP82) ist ein irisches Unternehmen. 2016 hat es als Linde AG mit dem US-amerikanischen Praxai fusioniert und wurde zu Linde plc in Dublin. Das Kerngeschäft der Firma sind Gase sowie Maschinen und die Infrastruktur zu deren Gewinnung. Das Unternehmen hat stark in Wasserstoff investiert und betreibt mit „BeeZero“ den weltweit ersten Carsharing-Anbieter mit Wasserstoff-Autos. Seit 2015 ist Linde plc Mitglied im Stoxx 50, dem europäischen Index der 50 wichtigsten Aktiengesellschaften.

Powercell Sweden: aus Volvo hervorgegangen

Powercell Sweden (ISIN: SE0006425815) ist ein schwedisches Unternehmen, das aus dem Volvo-Konzern hervorgegangen ist. Es ging 2017 an die Börse. Powercell Sweden stellt Brennstoffzellen-Stacks her und liefert Brennstoffzellsysteme an Firmen in der Energie-, Telekommunikations- und Automobilbranche.

Die Aktie können Anleger zum Beispiel an der BX Swiss handeln.

Die Wasserstoff-Aktien der größten Player (Stand 08/2020)

NameISINPreisEinjahresrendite in %
Ballard Power SystemsCA0585861085CHF 16.3165.8
NEL ASANO0010081235CHF 1.84117.9
Linde plcIE00BZ12WP82USD 232.0823.1
Powercell SwedenSE0006425815CHF 24.23-14.9

Investieren in Wasserstoff-STRUKIS ODER ETFS

Im Vergleich zu Öl sind reine Wasserstoff-Aktien an der Börse noch selten. Einen reinen Wasserstoff-Fonds oder Wasserstoff-ETF gibt es derzeit auch noch nicht. Wenn Sie in das Thema einsteigen möchten, können Sie sich zum Beispiel am „E-Mobilität Wasserstoff-Index“ orientieren. Er setzt vor allem auf Aktien aus dem Bereich Mobilität und erneuerbare Energien. Die Unternehmen, die dieser Index beinhaltet, beschäftigen sich bereits mit Wasserstoff-Mobilität und -Energie. Ein reiner Wasserstoff-ETF könnte entstehen, wenn mehr reine Wasserstoff-Firmen an die Börse gehen.

MIT DEM VONTOBEL UND Dem LEONTEQ TRACKER-ZERTIFIKAT IN WAsSERSTOFF INVESTIEREN

Um in Wasserstoff zu investieren, bietet sich Ihnen als Anleger momentan folgende Möglichkeiten: das Vontobel Tracker-Zertifikat auf den Solactive Hydrogen Top Selection Index (Valor: 45080918 / ISIN: CH0450809188). Das Zertifikat bildet den Hydrogen Top Selection Index vom deutschen Anbieter Solactive ab. Der Index umfasst insgesamt 15 Unternehmen aus Industrieländern, die im Bereich Wasserstoff tätig sind. Das Produkt wurde im Mai 2020 auferlegt und erzielte seit Auferlegung eine Performance von über 60 Prozent (Stand 7. Oktober 2020).

Alternativ können Anleger auch in das Leonteq Tracker-Zertifikat auf den Swissquote Hydrogen Index (Valor 51359947 / ISIN: CH0513599479) investieren. Dieser Index um 19 Wasserstoffperlen und wird regelmässig überprüft und auf den neuesten Stand gebracht.  Das Besondere an diesem Index ist, dass dieser auch einen Palladium ETF beinhaltet und somit in dem für den Bau von Brennstoffzellen wichtigen Rohstoff Palladium investiert ist. Das Produkt erzielte seit Auferlegung ebenfalls eine Performance von ca. 60 Prozent (Stand 15. Oktober 2020).

Auch die UBS hat im Frühjahr 2020 ein Produkt emittiert. Das UBS Tracker-Zertifikat auf den Hydro Basket (Valor 52466273 / ISIN: CH0524662738) beinhaltet anfangs eine Auswahl von 13 gleichgerichteten Unternehmen. Dazu zählen zum Beispiel die beiden Konzerne Air Liquide und Linde.  Die Performance seit Auflage beträgt ebenfalls ca. 60 Prozent (Stand 15. Oktober 2020).

DIESER ETF LOHNT SICH FÜR WASSERSTOFF-INTERESSIERTE

Wenn Sie gerne in einen ETF investieren möchten, der Wasserstoff beinhaltet, haben Sie die folgende Möglichkeit. Der LYXOR UCITS ETF New Energy D (Valor: 3466091 / ISIN: FR0010524777) ist ein allgemeiner Fonds zu erneuerbaren Energien und bildet den Alternative Energy Index nach. Er hat einen hohen Anteil von Brennstoffzellen-Aktien.

FAZIT

Wasserstoff ist eine riskante, aber chancenreiche Geldanlage. Sollte er beim Umstieg auf Strom aus Sonnen- und Windkraft als Energiespeicher dienen, würden die Aktien deutlich zulegen. Wenn aber eine andere Technologie das Rennen macht, wären hohe Verluste denkbar. Wer aber von der Technologie voll und ganz überzeugt ist, kann Rückschläge einfach aussitzen.

Wasserstoff- und Brennstoffzellen - das sollten Sie tun

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Überlegen Sie sich, ob Sie direkt Wasserstoff-Aktien handeln möchten oder ob Sie eher in ein Tracker-Zertifikat oder ETF zu erneuerbaren Energien investieren wollen. Dies hängt von Ihrer persönlichen Risikobereitschaft ab, Einzelaktien eignen sich für chancenorientierte Anleger mit Börsenerfahrung.
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Sollten Sie sich für Wasserstoff-Aktien entscheiden, können Sie zwischen verschiedenen Firmen wählen, die in der Branche tätig sind.
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Beitrag verfasst von:

JOY JAKOB – REDAKTEURIN RATGEBER

Joy Jakob verstärkt seit Anfang 2020 die Ratgeber-Redaktion. Sie ist zuständig für die Themen Versicherung, Vorsorge und Finanzen. Ihr Journalismus-Studium hat sie mit Bachelor abgeschlossen. Während ihres Studiums hospitierte sie unter anderem bei der Badischen Zeitung und in der Presseabteilung des SV Werder Bremen.

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Bildquelle: petrmalinak / Shutterstock.com

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